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Zwei Seiten des Celebrity Poker Showdowns
Dieser Review wurde von einem nicht-Spieler geschrieben. Auf Pokersavvy.com gibt es ebenfalls einen Review eines begeisterten Pokerspielers über dieses Format.
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Als jemand, der bisher nur Homegames um salz-stangen-große Einsätze gespielt hat, würde ich mich als Neuling sehen. Ich weiss nichts über Betting-Strategie, das Lesen der Gegner und Bluffs und ich brauche Hoyle, um zu wissen, dass ein Flush eine Straße schlägt Als ich also zum ersten Mal von Bravo's Celebrity Poker Showdown gehört habe, fand ich dies eine gute Idee. Unbegabten Promis dabei zuzuschauen, wie sie sich im Sandkasten-Style blamieren wäre eine gute Möglichkeit, um selber die Grundlagen kennen zu lernen. Mit so wild zusammgewürfelten Spielern wie David Cross, Tom Green und Coolio hatte ich den Eindruck, es wäre es wert, einmal reinzuzappen. Es geht mir nicht darum, jemanden gewinnen zu sehen. Eher geht es mir darum, die Outfits der Spieler zu begutachten. Aber als der erste Tag immer näher rückte, ich die Werbesendung von Emily Proctor, wo sie ihr blondes, langes Haar schüttelte und sagte "Thats what I'm Talkin' bout!" zum ungefähr siebzehnt-tausendstenmal gesehen hatte, hatte ich kein so gutes Gefühl mehr. Es stellte sich heraus, dass meine Furcht nicht unbegründet war. Ich habe mir zwei Runden des Showdowns angeschaut (Spiel 1: Ben Affleck, Don Cheadle, Willie Garson, Emily Proctor, David Schwimmer; Spiel 2, die spezielle "West Wing" Episode: Timothy Busfield, Allison Janney, Richard Schiff, Martin Sheen, John Spencer). Und obwohl sie nicht sehr viel Übung hatten, boten sie mehr als nur ein paar spannende Momente. Kevin Pollak's Eindrücke: Alleine Christopher Walken's Auftakt war das letzte, einfach irgendwie ... häh?, der Ausdruck in Phil Gordon's Gesicht -- ein steinerndes "Wie bin ich hier nur gelandet?" Halb-Lächeln -- sagte alles. Die Tatsache, dass Willie Garson mittem in einer Hand aufgestanden ist, um den Tisch lief, nur um in Don Cheadle's Ohr zu flüstern, war ebenfalls sehr erschreckend. Richard Schiff's "Zany" Hut-Brille-Brille-und-Brille-Tarnung hat mich einfach nur ermüdet. Die beiden weiblichen Teilnehmer wurden auf "Was muss das arme Mädchen nur machen?"-Mädchen reduziert: Allison Janney's "Stärke zeigen" bei einer Hand, welche es nicht verdiente brachte nix und Emily Proctor's Hände zitterten und sie sagte "Ich kann doch kein Mathe!". Dann war da noch diese verlegene Stille und ein paar dumme Scherze, wie man es von einem Haufen Schauspieler ohne Skript erwarten würde. Poker lernen konntem an hier nicht gerade. Die Werbung für dieses Turnier hatte viele Erwartungen geweckt, dass die Schauspieler bluffen könnten, da sie ja eigentlich ihre Emotionen im Griff haben sollten. Aber in Wirklichkeit sag das eher wie ein Drogendealer aus, der an der Straße seinem Geschäft nachging -- sie schauten ständig nach links und rechts und redeten Telegrafen-Stil -- damit solltest du nun eine Idee davon haben, wie offensichtlich in diesem Turnier geblufft wurde. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil man als Zuschauer die Karten kennt. Auch ohne Kartenkenntnis hätte man das so einfach sehen können ... Man beobachtete dies nicht mit dem Gedanken "diese Schauspieler wissen mit Sicherheit, was sie gerade tun" , sondern dachte sich eher, dass man es selbst so viel besser machen könnte. Was muss ich hören? Eine weites Raunen von allen auch nur etwas begabten Spielern, dass jemand wie ich mit solch falschem Selbstbewusstsein hier auftritt? Dies wird wohl der indirekte Gewinn der Casinos an diesen Sendungen sein: Viele Spieler denken ähnlich und probieren das ganze direkt mal aus. Gelernt habe ich an diesen Abenden nur sehr wenig. Meist war dies der Fall, als der Poker Profi Phil Gordon Sachen wie "Seht euch diesen schnellen Call von David an" sagte, als David Schwimmer's Ad-10d einen 6c,5d,7d Flop traf. "Dies zeigt meist einen Flush-Draw an." Oder aber, als er sagte, "Große Einsätze mitten im Pot sind meist ein Zeichen für Schwäche,", als Tim Busfield Ac-3c spielte. Wenn das zum Poker-Allgemeinwissen zählt, so dachte ich, dass es trotzdem blöd sei, dann so zu spielen. Keinesfalls! Wenn ein anderer weiss, dass man selber weiss, so kann er uns mit angemessenen Bets aus dem Pot vertreiben! Soll man nun abwarten, bis ich weiss, dass der Spieler weiss, dass ich weiss ? Als ich die "Lege dich nie mit einem Sizilianer an, wenn der Tod in der Nähe ist" Szene aus The Princess Bride wieder erlebte, wurde mir glaube ich zum ersten mal ansatzweise klar, wie kompliziert Hold'Em in Wirklichkeit ist. (An dieser Stelle eine kleine Anmerkung zu einem Typen, mit dem ich mal in einer Bar diskutiert hatte, dass Craps-Spieler mehr Talent bräuchten als Poker-Spieler: Es tut mir leid. Du hattest recht.) Abschliessend lässt sich sagen, dass du, wenn du wirklich Poker lernen willst, lieber den Profis zuschauen solltest. Schauspielern dabei zuzusehen, wie sie Spielgeld setzen und mit dem Publikum spielen kommt echtem Poker einfach nicht sehr nah.Wenn man jedoch Celebities dabei sehen will, wie sie mit Sonnenbrillen an ihren Getränken nippen, dann hat man mit diesem Format Glück: Im Januar läuft jede Woche eine neue Folge, welche anschliessend ohne Ende wiederholt wird.
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