Kapitalerhaltung
Kapitalerhaltung sollte in jedem Bankrollmanangement die Hauptrolle spielen, ohne Kapital kannst Du kein Poker spielen. Du brauchst das Geld nicht nur um zu betten; vergleicht man erfolgreiches Pokerspiel mit erfolgreichem Schachspiel, so stellt die Bankroll den König da - ohne König ist der Erfolg ausgeschlossen.
Kapitalerhaltung ist ein wichtige Thema, weil Poker, auf kurze Sicht, eine große Bedrohung für Dein Geld darstellt. Diese Bedrohung heisst Downswing, oder einfach Pech. Wenn es schlecht läuft kann Dich ein Downswing in kürzester Zeit einen Großteil Deiner Bankroll kosten. Jeder Spieler, selbst Erfahrene und Profis, wenn tage- oder wochenlang einfach nichts funktioniert. Sie verlieren obwohl sie Favorit sind. Um in dieser Situation nicht broke zu gehen, benötigst Du eine ausreichende Bankroll als Sicherheitspolster. Wenn Du Deine Komfortzone verlässt, Dein Sicherheistpolster aufgebraucht ist, musst Du im Limit absteigen.
Nachhaltigkeit
Vor einem Limitaufstieg musst Du Dein momentanes Limit nachhaltig geschlagen haben. Auf diese Weise wirst Du Deine Ziele eher erreichen und unerfreuliche Überraschungen vermeiden. Einerseits bestätigt ein nachhaltiger Erfolg, dass Du bereit bist, einen Versuch im Limit aufzusteigen zu starten. Andererseits wird Dein Erfolg Dein Selbstvertrauen steigern. Poker ist psychologischer Krieg, da ist ein gesundes Selbstvertrauen die erste und wichtigste Vorraussetzung um zu bestehen. Ausserdem zeugt es davon, dass Du über Geduld verfügst - eine wichtige Eigenschaft eines erfolgreichen Hold'em Spielers - wenn Du Dich strikt an Dein Bankrollmanagement hälst. Ich sage es deutlich: Hold'em ist ein Geduldsspiel! Dies gilt sowohl fürs Bankrollmanagement als auch für die Strategie.
Flexibilität
Dein Aufstieg in den Limits muss flexibel an Deine Bankroll angepasst sein. Wenn Du in einem Downswing zu viel Geld verlierst, kann es sein, dass Du im Limit absteigen musst. Natürlich stellt dies eine psychologische Barriere dar, da niemand gerne einen Schritt zurück tut. Nichtsdestotrotz ist es manchmal unumgehbar. Es ist wichtig, dies nicht als Niederlage zu sehen, sondern als das Resultat des Downswings - einem Faktor, den Du nicht kontrollieren kannst und nicht verschuldet hast. Im Limit abzusteigen bedeutet nicht zwangsweise, dass Du den Spielern auf diesem Limit unterlegen bist. Es bedeutet nur, dass die Bankroll momentan nicht auslangt, um weiter auf diesem Limit zu spielen. Ausserdem bedeutet es, dass Du intelligent und flexibel genug bist, schnell und angemessen auf Krisensituationen zu reagieren.
Komfortzone
Die Wahl des Limits hängt auch von Deiner persönlichen Komfortzone ab. Geld hat für jeden einen unterschiedlichen Wert. Wenn Du zu niedrige Limits spielst, könnte es sein, dass Du dem Spiel nicht genug Aufmerksamkeit widmest und nachlässig wirst. Andererseits, wenn Du ein Limit oberhalb Deiner Komfortzone spielst, wirst Du leicht wie gelähmt - moneyscared. Du verhälst Dich zu passiv wenn das richtige Spiel es erfordert mehr Aggressivität erfordert.
Entsprechend unserem Bankrollmanagement sollte ein Anfänger auf den niedrigsten Limits einsteigen, mit Blinds von nur wenigen Cent. Natürlich kann es vorkommen, dass ein Anfänger überaus wohlhabend ist und Cent- oder auch niedrige Dollarbeträge bedeuten ihm nichts. Bedeutet das, dass sie, entsprechend ihrer finanziellen Komfortzone, gleich höhere Limits spielen sollten? Keinesfalls! Dies wäre ein großer Fehler! Sie hätten kaum Chancen das Spiel zu schlagen, sie würden höchstwahrscheinlich verlieren und frustriert aufgeben. Sie haben keine Wahl: wie jeder andere müssen sie sich durch die verschiedenen Limits kämpfen um durch Erfolgserlebnisse motiviert zu bleiben. Sie können davon träumen in die höchsten Limits aufzusteigen, welche selbst für sie einen finanziellen Kick bieten.
Disziplin
Auch das beste Bankrollmanangement kann Dich nicht vor dem Ruin bewahren, wenn es nicht befolgt wird. Bitte halte Dich strikt an die beschriebenen Regeln, was auch passiert. So wie Downswings kannst Du auch Upswings erleben, Du gewinnst mehrere Sessions in Folge. Dies mag beflügelnd wirken, ist aber kein Grund, den Boden unter den Füssen zu verlieren. Der nächste Downswing wartet gleich um die Ecke.
Die Tischbankroll (Stack)
Die Tischbankroll, Dein Stack, ist das Geld, das Du mit an den Tisch bringst.
Spieleranzahl
Für Anfänger eignen sich Fullring Spiele (7-10 Spieler) am besten. Shorthanded Spiele (3-6 Spieler) sind komplizierter und schwieriger zu erlernen, diese sollte man den erfahreneren Spieleren überlassen.
Tischanzahl
Zu Beginn sollte nur ein Tisch auf einmal gespielt werden. Nach einiger Zeit (diese variiert von Spieler zu Spieler), solltest Du mit einem zweiten Tisch experimentieren. Sobald Du Dich auch davon unterfordert fühlst, spiele einen dritten Tisch. Und so weiter.
Einige fortgeschrittene Spieler und Profis in unserem Forum spielen vier oder noch mehr Tische simultan. Dies führt zu der Frage: "Wie viele Tische machen Sinn?".
Natürlich gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort, da dies für jeden unterschiedlich sein kann.
Proti oder Lerneffekt?
Das Folgende zu "Profitmaximierung":
Du erreichst die beste pro-Tisch-Perfomance, wenn Du nur einen Tisch auf einmal spielst. Für den Profi allerdings zählt nicht die pro-Tisch-Performance sondern die pro-Zeit-Performance. Angenommen ich schlage mein Limit mit 5BB/Stunde wenn ich nur einen Tisch spiele und 3BB/Stunde, pro Tisch, wenn ich 2 Tische spiele. Im zweiten Fall beläuft sich mein Gesamtgewinna uf 6BB/Stunde - also mehr als würde ich nur einen Tisch spielen. Zur Profitmaximierung solltest Du also die Tischanzahl wählen, die Dir die höchsten Stundenlohn verspricht. Profit zu machen ist wichtig um sich eine Bankroll aufzubauen und um in den Limits aufzusteigen. Je höher die Limits, desto höher die Gewinne, desto mehr zahlt sich Deine Lehrzeit aus.
Um den Lerneffekt zu maximieren ist es allerdings wichtig, während des Spiels aufmerksam zu sein und viel nachzudenken. Du musst Hände, die Du gespielt hast, nochmals geistig durcharbeiten und übelegen, ob und wo Du Fehler gemacht hast. Und dies nicht nur bei Händen, die Du verloren, sondern auch bei denen, die Du gewonnen hast! Überdies solltest Du Dein Handreading (das Setzen Deines Gegners auf eine bestimmte Handrange) trainieren. Dies braucht Zeit. Spielt man mehrere Tische simultan bedeutet dies, dass schnelle Entscheidungen gefordert sind. Es fehlt die Zeit für schwere Entscheidungen und es wird mehr zum Standardspiel gegriffen. Ich empfehle allen, die auf der Stelle treten, ihre Tischzahl vorübergehend zu reduzieren und sich mehr auf ihr Spiel zu fixieren.
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