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Buchbesprecung: "The Biggest Game in Town" von Al Alvarez

Lange vor den HoleCard-Kameras und vor Jim McManus und Chris Moneymaker, gab es nur eine verlässliche Methode, sich über die World Series of Poker und über seine exzentrischen Charaktere zu informieren . Und das war die, das Buch "The Biggest Game in Town" von Al Alvarez zu lesen und so durch die Augen des Autors die Pokerwelt zu erleben. Dieses Buch ist immer noch eines der großartigsten Bücher, die je über das Spiel geschrieben wurden.

Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, dass Al Alvarez in diesem Poker-verrückten Land richtig abgeräumt hat, als der gebürtige Brite vor mehr als 25 Jahren in das Binion's kam um über die WSOP zu schreiben. Und über all die Charaktere: Gewinner, Verlierer, Betrüger, High Roller und Heruntergekommene, auf jeden Fall alles Spieler, die er dort beobachtet hat und in seinem einmaligen Stil beschreibt.

Zu sagen, dass man "The Biggest Game in Town" gelesen haben muss, wenn man Poker liebt, ist gleichbedeutend mit dem Satz "Die Bibel ist empfehlenswertes Buch für Christen". Es ist absolut fesselnd. Alvarez ist der Hemingway des Flush Draws.

Sein Buch gibt es jetzt seit drei Jahrzehnten, es wird aber nie alt werden. Bevor ich diese Buchbesprechung geschrieben habe, ist mir aufgefallen, dass es schon ein paar Jahre her war, dass ich das Buch zuletzt gelesen habe und so beschloss ich einige Kapital nochmal durchzublättern. Dabei ist es mir gegangen, als hörte ich ein Lied, das mich an meine erste Liebe erinnert oder als sähe ich einen Film, bei dem ich jedes mal etwas Neues entdecke. Alvarez zog mich auf der ersten Seite mit folgender Passage in seinen Bann: "Frauen mit Halftern und Männer mit Cowboystiefeln und -hüten schubsten sich gegenseitig vor den Roulette- und Craps-Tischen herum, klimperten an den Armeen von Slotmaschinen herum und drängten sich im Halbkreis um den Blackjack-Tisch."

Du merkst gleich, dass Du etwas Besonderes liest, und es wird mit jeder Seite schwieriger das Buch wegzulegen. Bevor Poker im TV zu sehen war und vor den Möchtegern-Nachahmern, führt Alvarez die Leser in die mystische und magische Welt hinter den Kulissen des High-Stakes-Poker. Intime Eindrücke, die er wahrnimmt und dann zu Papier bringt, um sie mit uns allen zu teilen.

Sein Einfluss auf das Spiel sollte nicht untertrieben dargestellt werden. Als Alvarez über das Main Event der WSOP berichtete, nahmen noch weniger als 100 Spieler daran teil und eine Zunahme um 10 Spieler wurde schon als enorm betrachtet. Du kannst davon ausgehen, dass mindestens 5 dieser Spieler "The Biggest Game in Town" als Motivator nahmen, mal auf der größten aller Poker-Bühnen zu stehen.

Alvarez beschreibt die Spiele mit den ungewöhnlichsten Charakteren in einer flüssigen und mitreißenden Art, die anderen Autoren dieser Generation verwährt blieb - und bleibt. Poetisch und hinreißend erzählt er von den Lebensläufen der Legenden, wie Johnny Moss, Doyle Brunson, Puggy Pearson und Jack Straus, von deren unersättlichen Hunger auf Action und deren übermütige Verachtung für den Wert des Geldes.

Z.B. die Beschreibung eines Heads-Up Spiels um den WSOP-Titel im Seven-Card stud High Low von 1981: "Moss, der einen blass-braunen Anzug trug, der mit dunkel-braunen Flecken übersäht war und so aussah wie ein Schokokeks, nahm sein schweres Goldarmband ab, ebenso wie seine goldene Uhr, und legte sie neben seine Chips. Sein Hemd war geöffnet und so konnte man seine schwere goldene Halskette sehen."

Oder die Beobachtung der Spieler während der WSOP: "Ich habe nie so viele, augenscheinlich gesunde, Männer auf einem Haufen gesehen, die nur eins im Kopf hatten: Kein Sex, kein Alkohol, bloß die Karten und die kleine Aufregung, jedes mal, wenn diese gegeben werden."

Die amüsanten Geschichten, die Zitate, die Dich zum Lachen bringen, die anschaulichen Einzelheiten jeder Person und alles, dem Alvarez begegnet, sind viel zu viel um es in dieser Buchbesprechung zu erwähnen. Aber das Zusammenspiel all dieser Dinge bildet ein Meisterwerk, das einzigartig ist, selbst im Vergleich zu neueren Werken, die versuchen, da weiterzumachen, wo "The Biggest Game in Town" aufhört.

Anthony Holden, Alvarez's Kollege und Landsmann, versuchte es mit seinem Buch "The Big Deal", in dem er beschreibt wie er ein Jahr lang als Poker Pro lebt. Aber dieses Buch ist meist langweilig und zu sehr bezogen auf Holden. Auch McManus hat ein fantastische und hippe Beschreibung seines Wegs zum Final Table der WSOP 2000 verfasst.

Aber McManus und Holden weisen beide eine Schwachstelle in ihren Werken auf, sie sind zu selbstbezogen. Alvarez hat verstanden, dass die Leute um ihn herum viel interessanter sind. Die glamourösen High Roller ebenso wie die Pechvögel, die an den Automaten herumhängen. Die meisterhafte Darstellung der Psychologie und Metaphorik, die Las Vegas ausmacht, lässt "The Biggest Game in Town" in seiner eigenen Liga spielen.

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