Die Strategie, die Du beim Head-up benutzt, sollte abhängig vom Betrag Deiner Chips im Verhältnis zum Stack Deines Gegners sein. Dieser Artikel ist eine Fortsetzung zu Teil 1 und behandelt die Besonderheiten für den Fall, dass Du der short Stack bist.
Ein Heads-up Spiel als short Stack ist nicht das Ende der Welt. Die wichtigsten Dinge, die Du beachten musst, sind die Blinds und das Erfordernis zu einer verschärften Aggressivität.
Blinds sind kein Problem
Der Faktor M bechreibt nach Harrington Vol. 2 das Verhältnis zwischen Deinem Stack und dem aktuellen Gesamtbetrag der Blinds (SB+BB) einschließlich der Antes aller Spieler. Man sollte eine Berechnungshilfe haben, es reicht aber ein grober Überschlag.
Wenn Du eine M von 15 oder mehr hast, dann hast Du Zeit und kannst auf bessere Karten warten. Du willst aggressiv sein, aber Du musst nicht all-in gehen, wenn Du nicht fühlst, die beste Hand zu haben. Du solltest jede Face Karte und jedes Paar raisen, mit anderen Händen callen, und mit Premium- Händen und mittleren Paaren reraisen. Merke Dir, dass Du nur einmal oder vielleicht auch zweimal verdoppeln musst, um wieder zurück in eine even Stack Situation mit Deinem Gegner zu kommen.
Wenn Dein Gegner 1.000.000 und Du 350.000 an Chips hast (das entspricht den Verhältnissen bei einem 45 Mann SitNGo) und die Blinds 500/1,000 betragen, bei einem Ante von 100, reicht ein einziger Verdoppler, um Dich auf even zurückzubringen. Du kannst Dir also Zeit lassen, weil das Niveau der Blinds Dich noch nicht beeinträchtigt. Wenn er 1.150.000 und Du 200.000 an Chips hast, haben die Blinds immer noch keine Einwirkung auf Dich und nach zwei Verdopplern hast Du wieder even Stacks. Du hast also noch ausreichend Zeit, zu folden, zu raisen und zu reraisen, um wieder Gleichstand herzustellen.
Blinds sind ein Problem
Wenn Deine M geringer als 15 ist, dann wird die Zeit knapp, um viele Moves zu machen. Du musst wirklich mit massiver Aggression Deinen Gegner austricksen und ein Versuch mit all-ins wird dann das beste Spiel sein. Wenn Du mit short Stack spielst, müssen Deine großen Einsätze preflop oder am Flop kommen. Vermeide alle grenzwertigen Calls und Draws, die Dich in Schwierigkeiten bringen können und Dir nur Chips kosten, weil Du Dir wirklich nicht leisten kannst, einen weiteren Verlust hinzunehmen. Du brauchst Hände, die schnell und oft eine ordentliche Hand ergeben, nämlich große Paare und möglichst hohe Karten.
Mit 10BB geht der größte Teil des Geldes bereits preflop hinein. Du musst also einen hohen Prozentsatz and preflop Händen spielen. Vorzugsweise die großen Pocket-Paar, Asse, Könige und andere hohe Karten. Werfe Deine kleinen Karten weg. Dein Ziel ist, soviel Geld wie möglich bereits preflop in den Pot zu bekommen und den Rest am Flop.
Nur weil Du der short Stack bist, bedeutet dies nicht, dass Du nicht zurückkommen und nicht noch alle Chips gewinnen kannst. Du musst Dein Spiel an Deine Stack-Größe anpassen, um einen optimalen Value zu bekommen.
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