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Pokerberaters Ecke #3

Von: John 'Poker Counsler' (der Pokerberater) Carlisle, MA

Anmerkung des Autors: John ist nicht nur Pokerenthusiast, Glücksspielkolumnist und Dozent, sondern auch staatlich geprüfter Therapeut. Er praktiziert in seinem Heimatstaat Pennsylvania. Er hat den Master of Arts für Therapie der West Virginia University, und einen Bachelor in Psychologie mit Nebenfach Soziologie der Lock Haven Universität. Du kannst den "Poker Counselor" für Interviews mit einer E-Mail in englisch an carlisle14@hotmail.com erreichen.

Hey Berater! Ich spiel jetzt schon seit zehn Jahren mit alten Schulfreunden und Arbeitskollegen Poker. Wir spielen einmal pro Monat und es ist immer der Wahnsinn! Nach all diesen Jahren ist durch die WSOP und die WPT im Fernsehen jetzt plötzlich auch meine Frau neugierig geworden. Erst fand ich das ja cool, aber jetzt will sie unbedingt bei meinem monatlichen Pokerabend mitspielen. Ich will ja nicht unfair sein, aber ich will sie da nicht dabei haben. Das würde sich einfach nicht richtig anfühlen, wenn sie dabei ist. - Bob T. aus Delaware, via E-Mail

Es ist gut, dass Du mich diesbezüglich um Hilfe bittest und das alles erstmal durchdenkst, bevor Du Deine Frau darauf ansprichst. Es hat den Anschein als ob dein monatlicher Pokerabend mit Freunden sich mehr um Freundschaft dreht denn ums Pokern. Du hoffst, dass deine Frau verstehen wird, dass es sich für dich genauso anfühlen würde, sie bei deinem Pokerabend dabei zu haben, wie wenn du plötzlich bei ihren Shoppingausflügen mit Freundinnen dabei sein wolltest. Es ist offensichtlich, dass Du weisst, dass du ihre Gefühle verletzten könntest und ein Streit ausbrechen könnte, wenn du die Sache überhastet angehst.

Ich empfehle meinen Klienten immer schwierige Situationen wie diese von hinten aufzurollen. Mit anderen Worten, überlege Dir erst, wie der perfekte Ausgang aussähe. Auf dein Problem bezogen wäre dies für dich wohl der gewohnte Pokerabend ohne deine Frau, ohne dabei ihre Gefühle zu verletzen oder sie auszuschliessen. Als nächstes überlege, wie das Gespräch mit deiner Frau, das zu diesem Ergebnis führt, idealerweise verläuft. Ein zivilisiertes Gespräch, in dem deine Frau versucht dich und deinen Standpunkt zu verstehen. Deine Aufgabe ist es, einen Weg zu finden dich ihr zu vermitteln, ohne sie dabei in die Defensive zu zwingen oder zu zu emotionalen Reaktionen zu verleiten. Du musst ihr klar machen, dass es nicht dein Ziel ist, sie keinesfalls dabei zu haben - sondern dass es dir um deine Zeit mit deinen Freunden geht. Du solltest versuchen einen Weg zu finden deine Frau in dein Pokerleben zu integrieren, wie zum Beispiel ein Pärchen-Poker-Abend. Letztendlich vergegenwärtige dir, wie du dieses Gespräch beginnen willst, und wie du es zu deinem besten lenken willst? Bereite dich darauf vor eine angenehme Atomsphäre durch deine Stimme und dein Auftreten zu verbreiten. Sei aufrichtig. Aufrichtigkeit sollte dir helfen das Gespräch zu führen. Auf diese Weise solltest du weiterhin deine Pokerabende und obendrein noch Poker mit deiner Frau geniessen können. Anders als Poker, sollte dies eine win-win Situation für alle werden!

Ich hasse es wenn in Turnieren Chips größer gewechselt werden. Ich spiele dann vollkommen anders, weil mein Kopf mir vorgaukelt, ich hätte weniger Chips. Letztes mal hatte ich einen riesen Stapel weisser Chips. Als diese gegen einige wenige grüne gewechselt wurden, ist mein Spiel total eingefroren. Was ist da los? - Pete aus N. Carolina

Was du beschreibst ist die Macht des Verstandes. Leider durchkreuzt diese Macht oft unsre Pläne und macht uns weniger erfolgreich! Am Pokertisch muss man sich wohlfühlen und selbstbewusst sein um erfolgreich sein zu können. Wenn du Schwäche ausstrahlst, kannst du dir sicher sein, zur Zielscheibe zu werden. Beim pokern ist der Wohlfühlfaktor vieler direkt mit der Größe ihres Chipstapels gekoppelt. Ein großer Chipstapel vor einem ist wie eine Festung, gibt uns Kraft und Sicherheit. Wird dieser Stapel nur visuell verkleinert (auch wenn nur Chips gegen höher nominierte umgetauscht werden), kann der Verstand vom Verlust dieser Festung, dieser Kraft, überfordert sein. Hier ein Grundsatz der Psychologie dieses Spiels - messe nicht dich oder dein Können an der Größe deines Chipstapels. Stellst du jemals deine Pokeridole im Fernsehen in Frage, bloß weil sie mal wenig Chips haben? Ich glaube kaum, denn sie glauben weiterhin an sich selbst (und daran, dass sie gewinnen können) bis sie auch ihren letzten Chip verloren haben. Du verlässt dich auf einen Chipstapel um dein angreifbares Selbstvertrauen zu stärken. Wenn du aber an dich selbst glaubst, wirst du niemals Probleme damit haben, wenn deine Chips umgetauscht werden.

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