Online Poker Turniere werden immer beliebter. Kein Wunder, da große Turniere reibungslos ausgeführt werden können. Party Poker zum Beispiel veranstaltet Nacht für Nacht Turniere mit Prize-Pools von mehr als $20.000 -- Manchmal sogar mehr als $200.000. Viele Spieler träumen davon, einmal so richtig viel Geld zu gewinnen.
Wenn du Multi-Table-Turniere spielst, aber noch nicht viel gewonnen hast, sollte dieser Artikel dich sehr viel weiter bringen und deine Fähigkeiten sowie Ergebnisse verbessern.
Viele Poker Experten empfehlen verschiedenste Taktiken.Ich möchte nicht behaupten, dass ich die perfekte Strategie besitze --wenn eine solche überhaupt existiert. Ich behaupte aber schon, dass die Grundsätze, welche in dieser Serie von mir beschrieben werden, vielen Spieler helfen werden, ihr Spiel deutlich zu verbessern.
In den kommenden Teilen werde ich erklären, wie man seine Spielweise in den verschiedenen Phasen eines Turnieres anpassen muss. Ich werde auch auf Stack-Größe eingehen und erläutern, wie das unser Spiel beeinflusst.
Unser Ziel ist es vorerst, in die Payouts zu kommen -- NICHT erster zu werden.
Zu allererst sollte man sämtliche Ambitionen, das Turnier zu gewinnen bei Seite legen.Wenn man sich zu sehr auf den Gesamtsieg konzentriert --also erster zu werden -- zielt man auf ein sehr kleines Ziel. Wenn man sich zum Beispiel nur vornimmt in die Payouts zu kommen, so ist das Ziel deutlich größer und einfacher zu treffen.
Bitte versteht mich nicht falsch: Ich spiele, um zu gewinnen. Aber ich sehe jedes Turnier, in dem man In The Money landet ,als erfolgreich. Ich spiele Poker, um Profit zu haben. Und Geld macht die Sache profitabel. Wenn du für andere Gründe als Geld spielst -- zum Beispiel nur, um deinen Freunden erzählen zu können, dass du ein Turnier gewonnen hast -- solltest du nicht weiterlesen. Diese Motivation passt nicht mit meinen Ansätzen zusammen.
Ist es möglich, profitabel spielen zu wollen und trotzdem den Turniersieg zu fokussieren? Mag sein. Doch Spieler, welche das Turnier gewinnen wollen, versuchen meist von Beginn an, jede Hand zu gewinnen. Sie zocken zu früh und riskieren ihren Stack mit Händen, welche bestenfalls einen Coin-Flip liefern. Ich halte nicht viel von dieser Art des Pokerns.
Ich werde die zeigen, wie man überlebt, seinen Stack managed und in die Geldränge rutscht. Natürlich werde ich dann nicht aufhören. Wenn du erst einmal im Geld ist, werde ich dir zeigen, wie man so hoch in den Pay-Outs landen kann, wie die Karten, Steals und Reads es ermöglichen. Diese Ratschläge werden dir jedoch nich viel weiterhelfen, wenn du der Meinung bist, auf dem Weg auf Platz 1 jede Hand gewinnen zu müssen.
Zieh dir ein gutes Paar Laufschuhe an
Ich vergleiche die großen Turniere von z.B. Party Poker oder Poker.com gern mit Marathon-Läufen. Das Ziel ist weit entfernt und bevor wir dort ankommen, werden wir so ziemlich sämtliche Konditionen und Umgebungen erleben. Also tanke genug Wasser und sei bereit für die Vielzahl von Karten-Kombinationen, Tisch-Konditionen und Stack-Größen, die du erleben wirst.
In manchen Turnieren sind diese Konditionen sehr hart und man schafft es manchmal nicht einmal aus den Startlöchern heraus. Manchmal ermöglichen leichte Konditionen aber auch eine sehr lange, leichte Reise.
Sei bereit auf einen sehr langen, harten Beutezug und verstehe, dass es deine Aufgabe ist, aus den vorgegebenen Konditionen das beste herauszuholen. Dies bedeutet nicht, dass man ideale Bedingungen braucht, um zu gewinnen. Die besten Läufer können auf verschiedenen auf verschiedenen Strecken gut abschneiden. Ähnlich kann ein guter Spieler auch mit Karten, welche unter dem Durchschnitt liegen, es ins Geld schaffen.
Natürlich müssen diese 300 Spieler, welche raus sind, nicht zwangsläufig schlechte Spieler. Im Gegenteil, diese 300 Spieler repräsentieren eine Mischung von verschiedenen Spieler-Niveaus: großartig, durchschnittlich und armselig.
Wie kann es sein, dass gute Spieler so früh rausfliegen? Unheilbar-krankes Geld ist sehr flüchtig. Ich stelle mir dies gern als Kerosin-getränket Zeitung vor. Jede Form von Hitze lässt es verflüchtigen.Viele gute Spieler werden dabei verbrannt. Einige schlechte Spieler haben Glück und einige gute Spieler haben Pech. Das Ergebnis ist eine Mischung von allen möglichen Spielern, welche relativ frührausfliegen.
Man darf unter keinen Umständen vergessen, dass Unheilbar-krankes Geld extrem entzündlich ist. Du könntest nun schon eine Idee haben, wie meine Taktik für die ersten 4 Stages eines Turniers aussehen wird.
Lass uns noch einmal unsere im Vorfeld festgelegten Ziele anschauen. Als erstes wollen wir es ins Geld schaffen - egal wie! Wenn du einer der Spieler bist, die unbedingt gewinnen müssen, dann ist dieser Artikel nichts für dich. Zweitens: Ein Turnier ist wie ein Quer-Feld-Ein-Lauf. Wir wollen so weit kommen, wie unsere Karten uns tragen. Intelligenz, gesunder Menschenverstand und die Tatsache, dass wir uns bewusst sind, dass gute Spieler auch mit unterdurchschnittlichen Karten relativ weit kommen können, sind die obersten Tugenden. Drittens gibt es zu Beginn jedes Turnieres eine Menge Unheilbar-Krankes Geld, welches innerhalb der ersten Stunde sterben wird, wenn man es denn lässt.
Die ersten 4 Stages eines Turnieres sind in der Regel sehr unbeständig. Neben dem schnell-entflammbaren, unheilbar-kranken Geld gibt es auch noch Gruppen von Spielern, welche die verschiedensten Taktiken ausprobieren.
Einerseits gibt es aggressive Spieler, welche schnell einen großen Stack bekommen wollen, damit sie viele kleine Spieler vom Tisch nehmen können. Diese Spieler werden häufig All-In gehen und die anderen Spieler herausfordern, um all ihre Chips zu spielen. Sie versuchen durch eine sehr aggressive Spielweise so schnell es geht einen großen Stack zu bekommen, denn dann spielen Sie am besten. Durch diese riskante Spielweise laufen sie Gefahr, direkt am Anfang herauszufliegen.
Auf der defensiven Seite gibt es Spieler, welche auf die Nuts warten. Sie würden nie etwas riskieren, wenn sie nicht ein Ass mit gutem Kicker oder Pocket Queens und höher haben. Sie werden manchmal ihre starken Hände slow spielen, um die nichts-ahnenden Fische in die Falle zu locken.
Jede dieser Taktiken hat ihre Vorzüge. Wichtig ist, zu wissen, dass diese Taktiken zu Beginn des Turniers ein großes Problem haben, gegen das ganze Dead Money zu bestehen. Die Action und die Entscheidungen in den ersten 4 Blind Levels sind meistens sehr verwirrend. Mit nur 1000 Chips vor einem ist es nahezu unmöglich, ein Raise eines anderen einzuordnen.
Bei einem größeren Teilnehmerfeld wie zum Beispiel bei den Turnieren von Party Poker wird man nur sehr wenig oder sogar gar keine Informationen über seine Gegner haben. Das bedeutet, in den ersten 4 Levels zu spielen hat ein wenig was von Faustkampf in einem Minenfeld.
Die Graue Zone
Ich denke, man sollte sich in den ersten vier Blind Levels aus größeren Schwierigkeiten heraushalten. Sich aus den Schwierigkeiten heraushalten ist nicht gleichebdeutend mit tightem Spiel, auch wenn diese beiden Konzepte Ähnlichkeiten haben. Es bedeutet, dass man nur Situationen mitnimmt, wo die Entscheidung sehr einfach fällt. Fragwürdige Hände sollte man nicht spielen. Ich bin immer wieder überrascht, wie Spieler Ihre Hände verkomplizieren, indem Sie sich vor schwierige Entscheidungen stellen. Zu Beginn eines Turnieres wollen wir uns nicht in der Grauen Zone befinden -- dies ist das Gebiet, wo man vorne liegen könnte. Liegt man jedoch hinten, so bedeutet dies meist das Ende des Turniers. Wir wollen einfache Entscheidungen.
In den frühen Phasen des Turnieres wollen wir nur Hände spielen, welche keine große Graue Zone aufweisen. Offensichtlich ist A-A vor dem Flop alles andere als grau. Das gleiche gilt für K-K. Was ist jedoch mit 2-2? Generell hat 2-2 einen sehr kleinen Grau-Anteil. Es ist eine Hand, mit der wir uns aus Late-Position gerne günstig mal den Flop anschauen . Trifft man sein Set, ist man gut dran. Trifft man es nicht, kann man wegwerfen.
Wenn du diese Logik hinter 2-2 verstanden hast, kannst du sie auf alle Paare bis J-J adaptieren. Einfach gesagt sind Hände mit geringer Grauzone solche, die entweder ein Monster floppen, oder aber überhaupt nix wert sind. Es gibt jedoch noch einen anderen Faktor, welcher bestimmt, welche Hände man spielt: Stack Size. Die Grauzone variiert nach Stack Size. Auf den folgenden Seiten werde ich vorschlagen, wie man mit kleinen, mittleren und großen Stacks spielen sollte.
In den ersten vier Leves bezeichne ich mit Short-Stack einen Stack mit 500 oder weniger Chips. Ein unter-durchschnittlicher bis durchschnittlicher Stack hat 600-1200 Chips.Alles zwischen 1200 to 2000 Chips ist ein durchschnittlicher Stack. Ein großer Stack besteht aus 2000 bis 3000 Chips und ein Mega-Stack zeichnet sich durch 3000 und mehr Chips aus. Und nocheinmal: Ich rede über die Turnier-Bedingungen, die man auf Seiten wie Party Poker findet.
Short Stack Strategie
Wenn man sich in einem der ersten vier Levels unter 500 Chips befinden sollte, so ist das Ziel ein Double-Up. Das bedeutet wir spielen nur, wenn wir entweder rausfliegen oder aber unseren Stack verdoppeln. Von den 3 Optionen, die man Preflop zur Verfügung hat,ist Callen die unbrauchbarste Warum? Weil wir uns nicht im "Lass uns mal den Flop anschauen" Modus befinden. Wenn wir Chips verschenken, indem wir auf einen günstigen Flop hoffen, verlieren wir Equity. Ein Double.Up von 300 Chips ist deutlich weniger wert als ein Double-Up von 500 Chips. Wenn man nicht gerade A-A oder K-K hält und man einen Gegner in die Falle laufen lassen möchte, so ist Callen eigentlich nie erste Wahl.
Mit den meisten spielbaren Händen sollte man All-In gehen. Mit jedem Paar sollte man dies tun. Aber benutze dabei den gesunden Menschenverstand. Es gibt Fälle, wo man aufpassen muss. Ein Beispiel hierfür wäre, dass wir 7-7 halten und vor uns geraist wurde und ein anderer All-In ging. Nachdem hier so viel Action vorlag, sollten wir lieber auf einen anderen Moment warten.
Was spricht gegen ein Raise? Hier findet man einige Kontroversen. Natürlich kann man mit Pocket Pairs und großen Karten lediglich raisen, wenn die Blinds recht niedrig sind und der eigene Stack nah bei 500 liegt. Doch meistens wir ein Raise in den ersten Levels mindestens einmal gecallt. Diese Caller wollen fast immer nur den Flop sehen und sich anschliessend entscheiden, wie weit sie gehen. Warum sollte man den Gegnern dies so günstig ermöglichen? Durch ein All-In konfrontiert man diese Spieler mit einem teuren Flop. Du wirst überrascht sein, wie oft sich Spieler dieser Taktik beugen --Vor Allem in den ersten vier Levels.
es gibt ein weiteres Problem mit niedrigen Erhöhungen eines Short-Stacks. Der Punkt, wo man die Gegner vom Callen abhalten will ist meist der gleiche, wo man Pot comitted ist. Warum geht man also nicht gleich All-In? Ein solches All-In lockt oft schwache Gegner in den Pot, obwohl sie nicht Callen dürften. Sie sehen unseren Stack in der Mitte des Tisches und wollen sich bedienen. Die chancen, dass man mit Händen wie Q-7s oder J-9s gecallt wird sind ebenfalls besser.
Ich ärgere mich meist nicht über Action, wenn ich kleine Paare halte. zu Beginn eines Turnieres gibt es viele Leute, die unser All-In als Schwäche interpretieren und ihre Chips mit mittelstarken Händen in die Mitte schieben. Ich schlage sogar vor, am Anfang mit A-A All-In zu gehen, da die Action zu Beginn eines Turnieres so groß ist.
Um die Short-Stack-Strategie zu Beginn eines PartyTurnieres zusammenzufassen:Wir warten auf Paare und A-K. Wenn man eine dieser Hände findet (was eigentlich mindestens alle 16 Hände auftreten sollte) geht man All-In. Denk erst gar nicht nach. Wenn man sich vorher bewusst wird, dass man sowieso All-In pushen wird, so ist die Entscheidung einfacher. Sollte vor uns jemand geraist haben und wir haben den Eindruck, dass unser Paar nicht mehr all zu stark ist, so sollte man ruhig auch mal folden. Ein weiteres Paar oder A-K wird bestimmt bald kommen.
Medium Stack Strategie
Lasst uns nun einen Blick auf durchschnittliche bis überdurchschnittliche Stacks werfen (500-1200 und 1200-2000). Diese beiden Stack Größen werden zu Beginn eines Turnieres ähnlich gespielt. Mit diesen Stack-Größen sollte man standardmäßig spielen, wie es in den meisten Turnier-Poker-Büchern beschrieben wird. Wir wollen keine Hände spielen, welche einen hohen Grad an Gray-Zone besitzen, wie z.B. A-J, A-Q, und 9-9. Je mehr Erfahrung du bekommst, desto einfacher wird es dir fallen, von Händen loszukommen, die auf dem flop zwar etwas treffen, aber einen großen Grau-Anteil haben. wenn man solche situationen gut erkennt, kann man auch mehrere Hände spielen.
Wenn sich die Möglichkeit ergibt, in Late Position einen günstigen Flop zu sehen und die eigene Stack-Size dies zulässt, so kann man sich auch mal mit anderen Händen den Flop anschauen. Allerdings darf man sich nicht zu sehr an diese Hände binden, wenn man nicht ein Monster floppt. Ein Monster ist ein Flush, eine Straight, Trips und Two-Pair. Draws sind keine Monster -- es sei denn, es handelt sich um einen sehr starken Draw wie z.B. einen Open-Ended-Straight-Flush. Eine der Situationen, die wir vermeiden wollen, ist Top-Pair mit non-Top-Kicker. Dies ist ein Grauzonen burger mit Extra-Mayo. Die meisten Hände, in denen jemand rausfliegt beinhalten mindestens eine Hand mit Top-Pair und schlechtem Kicker. Die Leute können sich davon einfach nicht trennen. Sie buttern in den Pot und werden stark geraist, oder sie Callen eine große Bet und sind anschliessend Pot comitted.
Big-Stack Strategie
Zu guter Letzt kommen wir zu dem Teil, der am meisten Spass machtt: Big Stacks. Wenn man das Glück hat, in diesen frühen Turnierphasen über einen Big-Stack zu verfügen, kann man ein paar mehr Hände spielen. Man sollte die Blinds und die Caller unter Druck setzen. Aber auch wenn man Big Stacks spielt, muss man immer auf der Höhe sein. Man muss sich unter Kontrolle halten. Aber wenn man richtig spielt, wird man eine Menge Chips gewinnen. Warum? Weil wir uns leisten können, so viel zu setzen, dass andere Stacks in eine Leben-oder-Tod Situation gedrängt werden. Das ist ein sehr mächtiges Spielzeug. Mit anderen Worten: Da kleinere Stacks für solche Situationen viel verwundbarer sind, kann der Big Stack beliebig viel Druck ausüben.
Ein verbreitetes Missverständnis, das ich oft in den Chat-Fenstern der Turnier-Tische beobachte ist, dass der Big Stack oft für einen großen Fisch gehalten wird, weil er fast alles callt und alles raist. Dies mag in einigen Situationen stimmen. Meiner Meinung nach spielen sie jedoch angemessen. Ein größerer Fehler ist es, früh an einen Big-Stack zu kommen und weiter Average-Stack-Taktik zu spielen. Man verwirft damit die vielen Vorteile, die ein Big Stack hat. Das ist vergleichbar mit dem Kauf eines Sportwagens, mit dem man lediglich die Kinder zur Schule fährt.
Einen Big Stack richtig zu spielen ist wohl bei weitem die schwierigste Aufgabe der 3 Anfangs-Strategien. Außerdem hat man nicht so häufig einen Big Stack, daher sammelt man für diese Taktik auch weniger Erfahrungen. Vor kurzem hielt ich 9-9 auf dem Button mit einem großen Stack von 3,000 Chips bei Blinds von 50-100.Ein Middle-Position Spieler mit 2300 Chips setzte 300. Der Spieler war tight, daher musste ich annehmen, dass er entweder zwei Overcards oder sogar ein Overpair spielt. Ich callte. Beide Sahen den Flop 7c-3c-7d. Der Spieler checkt, Ich setze 450 und ohne zu zögern reraiste er mich um 450. Ich foldete und er zeigte K-K. Für solche unter uns, die pro Woche mehrere Dutzend Multi-Table-Turniere spielen ist die Situation relativ eindeutig .Um einen big Stack richtig zu spielen muss man in der Lage sein, solche Dialoge richtig zu lesen. Hierbei hilft nur Erfahrung.
Wenn man ein Turnier gewinnen will, muss man viele Turniere spielen -- sehr viele sogar --um diese Erfahrung zu sammeln. Übe in Turnieren mit kleinen Buy-Ins. Du kannst auch früh zocken und hoffen, Chips zu sammeln, damit du deine Big Stack-Strategie üben kannst.
Im nächsten Teil behandeln wir die Stufen 4-8.
Diese Levels sind wohl die schwierigsten. Die Short-Stacks werden mit nahezu jedem Ass All-In gehen. Die Average-Stacks werden ebenfalls bemüht sein, sich ein Double-Up zu holen. Die Big Stacks warten lieber ab und zerstören damit langsam aber sicher ihre Führung. Anfangs werden diese Limits ruhig gspielt, die Action nimmt jedoch gegen Ende von Level 7 stark zu. Die Spieler überdenken Ihre Entscheidungen jetzt länger.
In diesen Levels definiere ich einen Short-Stack mit weniger als 1000 Chips; unterdurchschnittlich bis durchschnittlich von 1000-1800; durchschnittlich von 1800 bis 2500 ; Large Stack Size von 2500- 4000 und den Mega Stack 4000 und aufwärts. Large Stacks und Mega Stacks fassen wir zusammen, wenn wir uns um die Taktik kümmern.
Lasst uns nun die entsprechenden Taktiken anschauen.
Short Stack (SS) Strategie
Mit einem Short-Stack wollen wir so schnell es geht verdoppeln. Wir spielen also nach der selben Strategie wie in Teil II besprochen. Wenn man extrem short-stacked ist (weniger als 300) sollte man jedes Ass All-In pushen.
Below Average Stack Strategie
Mit einem unterdurchschnittlichen Stack sollte man nun andere Taktiken wählen als in den ersten vier Levels. Grund hierfür sind die immer größer werdenden Blinds. Man kann nun nicht mehr auf die bestmöglichste Situation warten. Im Endeffekt wollen wir verdoppeln -- aber wir haben ein wenig Zeit dafür.
Man sollte den Stack in Relation zur Zeit setzen. Wieviele Runden können wir noch spielen? Je mehr Runden wir spielen können, desto selektiver können wir sein. Wir warten und hoffen auf die ultra-premium Hände -- AK, AA, KK und QQ.
Im Gegensatz zu Short-Stacks sollte man allerdings nicht die niedrigen und mittleren Paare All-In spielen. Im Gegenteil: Wir wollen einen günstigen Flop mit diesen Händen sehen. Ein Call ist also oft legitim. Aber wir müssen vorsichtig sein: Wenn man ein mittleres oder niedriges Paar spielt, sollte man die Stacks und einen herum im Auge behalten. Wenn man in Late Position sitzt, Pocket Zweien hält und vor einem 3 Leute Callen möchte man gern auch callen. Tu es nicht! zumindest so lange nicht, wie man sich nicht die Leute hinter einem angeschaut hat. Sitzt in den Blinds ein Short-Stack? Dieser könnte bei so vielen Callern All-In setzen, um sich sehr gute Odds zu schaffen.
erwägt man ein Call mit einem kleinen Pocket Pair und vor einem wurde bereits mehrfach gecallt, so muss man die Wahrscheinlichkeit dieser Szene abwägen. Ist es wert, 150 zu callen, um dann wegwerfen zu dürfen, da hinter uns ein Short-Stack All-In geht? Stell' dir vor du hast 1600. Willst du wirklich 150 riskieren, ohne darüber nachgedacht zu haben?
Es gibt noch mehr solcher Fälle. Was, wenn ein Short-Stack All-In geht für 500 und alle bis zu mir hin folden? Sollte ich spielen? Dies ist eine komplizierte Situation. Ich würde vorschlagen, man spielt nach der below Average-Stack Strategie. Das primäre Ziel damit ist, ein Double-Up zu bekommen. Ein Call an dieser Stelle entspricht nicht wirklich diesem Ziel. Wir wollen wenn mit unserem kompletten Stack All-In gehen, nicht nur mit einem Drittel.
Doch zu jeder Regel gibt es eine Ausnahme. Sehen wir uns diese Situation noch einmal genauer an. Wie sind unsere Chancen, den Short-Stack vom Tisch zu nehmen? Im besten Fall sind wir lediglich ein knapper Favorit.Im schlimmsten Fall ein deutlicher Underdog. Mit anderen Worten: Dies ist sehr viel Zockerei um einen großen Teil unseres Stacks. Es sieht wie ein Easy Fold aus.
Was spricht dagegen, mit einem solchen Stack erneut zu raisen? Nocheinmal: Wir müssen unser Ziel im Auge behalten. Wollen wir verdoppeln oder lediglich ein paar Chips einsammeln? Mit Average-Stacks sollte man immer auf ein Double-Up hoffen. Dies ist das wichtigste Ziel.
Aber wie schon vorher erwähnt gibt es Ausnahmen. Erinnerst du dich, dass ich vorhin einmal gesagt habe, dass man seinen Stack in Relation zur Zeit setzen sollte? Wenn man auf seinen Below Average-Stack schaut, sollte man im Auge behalten, wieviele Runden man noch spielen könnte, wenn man keinen Flop sieht. Alles, was unsere Chancen erhöht, noch ein oder 2 Runden länger am Tisch zu bleiben ist sehr wertvoll. Wenn man an einem sehr tighten Tisch sitzt, wird Blind-Stealing immer wichtiger. Versuche die Steals aber bloss nicht aus Middle- oder Early-Position.
Above Average Stack (AAS) Strategie
Mit einem überdurchschnittlichem Stack kann man in auserwählten Situationen ein paar Hände mehr spielen, Man kann seinen Chip-Vorteil auf drei Arten nutzen: Man kann Ihn nutzen, um (1) Mehr Runden zu sehen; (2) ein paar mehr Flops zu sehen; oder (3) Einige Moves spielen, wie z.B. Blindstealing, Continuation Bets oder Bluffs.
Von dieser Auswahl spiele ich nur ungern Nummer (3). Im späteren Verlauf des Turnieres wird Option (3) deutlich wichtiger. Aber in den Levels 5-7 ist es noch zu früh, um den erwünschten Effekt zu bekommen.
Der Haupt-Grund allerdings, warum ich kein Fan von Option (3) bin ist, dass wir uns in der grauen Zone bewegen. Auch wenn wir die ersten 4 Levels gemeistert haben, sollten wir uns trotdem von dieser Grau-Zone fernhalten. Andere Spieler werden aus genau diesem Grund immer wieder aus dem Turnier fliegen. Sobald man Level 7 erreicht, so nimmt die Bust-Geschwindigkeit sogar zu.
Ich persönlich spiele eine Kombination aus (1) und (2), wobei ich größtenteils nach (1) spiele. Ich schaue mir gern so viele Hole Cards wie möglich an, bevor ich eine Entscheidung treffen muss. Ich werde aber dennoch nicht Möglichkeiten auslassen, wo ich den Flop vom Button aus recht günstig sehen kann. Ich spekuliere natürlich auf ein Monster.
Large Stack (LS) Strategie (inklusive Mega Stack)
Mit einem großen Stack sollte man in den Levels 5-7 etwas tighter werden. Der Unterschied zwischen Level 1-4 und 5-7 ist die Panik, die in der Luft liegt. Die Blinds sind deutlich höher un die Chance, rauszufliegen ist deutlich höher. Es ist nicht die Zeit, um tyrannisierend zu spielen. Viele Spieler sind nervös und sind nicht im Konservendosen-Modus. Viele gehen nun sehr gerne mal All-In.
Das Ziel mit einem großen Stack ist es, ein paar Blinds zu stehlen und ein Paar Pötte zu gewinnen. Man sollte sich auch mit einem Large-Stack aus der Grau-Zone fernhalten. Dies erfordert eine große Begabung, die verschiedenen Situationen zu lesen.
Der größte Fehler, den ein Large-Stack machen kann ist der, dass er sich mit einem anderen Large-Stack anlegt, wobei er nicht die Nuts hat. Häufig sehe ich die Large-Stacks, wie sie weiter den Tisch Tyrannisieren wollen. Sie spielen viele Hände, auch wenn sie geraist sind und gamblen mit so ziemlich jedem Stack. Sie werden mit jeder Hand aus Late Position versuchen, die Blinds zu stehlen. Meistens handelt es sich hier um unerfahrene Spieler, welche sich durch den großen Stack immens stark fühlen. Wenn du selber ein Large Stack bist und einen anderen beobachten kannst, wie er den Tisch zu tyrannisieren versucht, kannst du eine passende Gelegenheit abwarten und ihn stoppen. Wenn ein tyrannisierender Large Stack immer und immer wieder versucht, deine Blinds zu stehlen, so kann dies schon eine Herausforderung darstellen. Im ersten Moment möchte man direkt zurückschlagen. Dies tun wir aber erst, wenn wir die entsprechende Hand halten.
Wir legen uns nur mit dem Large Stack an, wenn wir eine Premium Hand wie AA, AK, KK oder QQ halten. Der LS wird so ziemlich jeden Raise callen. Das hängt mit der Natur dieser Spieler zusammen. Für diese Gegner sind unsere Chips am attraktivsten am gesamten Tisch. Wir sind ja ebenfalls LS. Der Gedanke, alle unsere Chips zu bekommen ist zu verlockend für den Gegner. In der Hoffnung, den Jackpot zu erwischen wird er so ziemlich jeden Raise callen.
Bemerke: Wir spielen NUR gegen ihn, wenn wir eine premium hand haben. In der Gray Zone gegen ihn zu spielen ist zu gefährlich. Ich habe mich selbst schon in Situationen wiedergefunden, wo ich der Meinung war, dass mein Gegner schwach ist, ich aber dennoch den Coinflip verlor. Der Fehler an dieser Stelle ist es, dass ich den Coin-Flip gegen einen Big-Stack oder LS gesucht habe. Ich riskiere einen Großteil meiner Chips in solch einer frühen Phase des Turniers. Wenn du Pocket Achten hälst und einen LS reraist, so musst du damit rechnen, gecallt zu werden. Wenn man nicht gerade sein Set trifft, so befindet man sich in der Gray-Zone.
Manchmal kann man ein Raise eines LS auch mal callen, in der Hoffnung etwas nettes zu floppen. Preflop sollte man allerdings immer seine linken Nachbarn im Auge behalten und auf Spieler mit SSs aufpassen. Aber auch hier muss man den Flop sehr gut treffen, um weiterspielen zu können .Natürlich sollte man, wenn man den Flop nur leicht getroffen hat, aber zu einem hingecheckt wird, einen Angriff auf den Pot starten. Nutze deine Position.
Zuletzt lässt sich noch sagen, dass es keine Schande ist, mit einem Short-Stack oder Average-Stack rauszufliegen. Sollte man allerdings einen Large-Stack busten, so muss man sich das schon sehr gut begründen können. Ich persönlich gehe relativ hart mit mir ins Gericht und gebe mich nur zufrieden, wenn ich mit 75% vorne lag. Wenn ich jedoch nur ein knapper Favorit war, verbringe ich einige Zeit im Holzschuppen und denke über meine Spielweise nach.
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