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Das Spiel mit kleinen Pocket Pairs

Dieser Artikel ist für Anfänger bis Fortgeschrittene Spieler gedacht. Ich versuche alle kleine PocketPairs von 22-99 zu beschreiben. Die Position am Tisch beschreibe dabei ich wie folgt im Uhrzeigersinn: Button, Small Blind, Big Blind, Platz1, Platz2, Platz3, Platz4, Platz6, Platz7.

In früher Position (Platz1-3)

In früher Position am Tisch benötigt man eine starke hand. Der Grund ist, dass man in früher Position als erster Spieler agieren muss und zu diesem Zeitpunkt keine Informationen über die anderen Spieler hat. Kleinere Pocket Pairs sollte man nicht in früher Position spielen, da man zu häufig dominiert wird. (Erfahrene Spieler können diese durchaus spielen, sofern sie genug Erfahrung haben zu wissen, wann sie sich wieder von Ihnen trennen müssen. Anfängern jedoch fällt es meistens zu schwer sich von Pocket Pairs zu trennen, auch wenn sie merklich dominiert werden!)

Folgendes Beispiel: Du sitzt mit 88 auf Platz2 und callst. Hinter dir wird geraist. Callst du diesen Raise spielst du zwar mit einem schönen Pocket Pair, spielst allerdings out of Position. D.h. du musst als erster agieren. Gehen wir davon aus, auf dem Flop kommt Q42 and dein Gegner bettet, so befindest du dich in einer schwierigen Situation! Du gehst davon aus er hält AK oder AQ. Wenn du seine Bet callst und er hält AK und checkt daraufhin bis zum River, gewinnst du die Hand. Sollte dein Gegner in dieser Situation allerdings AQ halten, wird er auf Turn und River betten. Solltest du seine Bets und Raises callen wirst du einen großen Pot verlieren. Du wirst also entweder einen kleinen Pot gewinnen oder einen großen verlieren.

In mittlerer Position (Platz4-6)

Wird von einem Spieler in früher Position gecallt, solltest du ebenfalls mit jedem Pocket Pair callen. Callst du und es wird hinter dir geraist, solltest du diesen Raise nur dann callen wenn 2 weitere Spielen diesen raise gecallt haben. Die 2 weiteren Caller sind wichtig, damit du die nötigen implied odds bekommst, solltest du am Flop dein Set treffen. Hat vor dir niemand gecallt, eröffne den Pot mit einem Raise. Sollte nur ein Spieler deinen Raise callen, bettest du auch auf dem Flop, egal was er dir gebracht hat! Hast du dein Set nicht getroffen und deine Bet auf dem Flop wird von dem Gegner gecallt, dann checkst du auf dem Turn. Sollte dein Gegner betten, foldest du! Hattest du vor dem Flop 2 oder mehr Caller und hast dein Set nicht getroffen, solltest Du folden!

In später Position (Platz7, Button)

Hier solltest du genau wie in mittlerer Position spielen. Außer ein Spieler vor dir raist und ein weitere Spieler callt diesen Raise, so solltest du ebenfalls mit jedem Pocket Pair callen.

Aus den Blinds (Small Blind, Big Blind)

Hier ist es etwas schwieriger. Du hast zwar meistens die nötigen Odds zum callen bist aber in jeder weiteren Setzrunde out of Position und musst als erster agieren. Hältst du ein Pocket Pair im Big Blind und es haben ein oder zwei Spieler gecallt, dann solltest du raisen um entweder den Pot direkt zu gewinnnen oder mit nur einen Gegner Heads Up weiterzuspielen. Callt ein Gegner deinen Raise und du spielst Heads Up gegen ihn, bette auf dem Flop, ungeachtet ob er dir geholfen hat oder nicht! Wurde in früher Position bereits geraist, solltest du nur callen, wenn mindestens 2 weitere Spieler diesen Raise gecallt haben! Ansonsten foldest du deine Pocket Pairs. Wurde in mittlerer oder später Position geraist und dieser Raise wurde von mindestens einen weiteren Spieler gecallt, callst du ebenfalls! Wurde dieser Raise von keinem Spieler gecallt, dann re-raise den ursprünglichen Raise und bette auf dem Flop, egal ob er dir geholfen hat. Mit einem kleinen Pocket Pair solltest du in dieser Situation nicht einfach nur callen, da du in den weiteren Runden out of Position bist. Somit kannst du direkt feststellen wo du mit deinen Pocket Pair stehst!

Auch mit kleinen Pocket Pairs kannst du dein Set treffen welches sich damit zu einem Monster entwickelt hat. Dementsprechend kann es auch korrekt sein mit einem kleinen Pocket Pair out of position einen Raise zu callen, obwohl du davon ausgehen musst, dass dein Gegner AA hält. Der Grund sind die implied odds. Ein Beispiel: 1$/2$ NL Spiel und beide Spieler haben einen 200$ Stack.

Spieler A raist auf 8$ und du weißt das er AA hält. Du selbst hältst 22. Ein Call muss kein Fehler sein, denn triffst du auf Flop dein Set, kannst du davon ausgehen das du einen großen Pot gewinnen wirst! Ein Call kostet dich 8$. Ein Set triffst du in einem von neun Fällen, d.h. 8 mal bezahlst du 8$ und wirst dein Set nicht treffen. Aber das eine mal, wo du dein Set triffst ist es wahrscheinlich dass du den kompletten Stack deines Gegners gewinnst.

Den Erwartungswert kannst du so berechnen:
Du triffst in einem von neun Fällen dein Set: Gewinnerwartung = 192$
Du triffst in acht von neun Fällen dein Set nicht: 8x8$= 64$ Verlust.
Das ergibt folgende Gewinnerwartung: 192$-64$=128$ Gewinn

Das spielen dieser Hand hat also einen positiven Erwartungswert von 14.22$.
128$/9=14.22$

Sagen wir zum Beispiel auf dem Flop kommt K27. Für Spieler mit AA oder AK sieht dieser Flop ungefährlich aus. Hier solltest Du mit einem Set nicht checken, da du davon ausgehen kannst, dass dich dein Gegner bei einer Bet reraisen wird. Das ist der richtige Moment um entweder All-In zu gehen oder eine weitere Bet auf dem Turn zu bringen um weiteres Geld in den Pot zu bekommen. Das hat den Vorteil dass dein Gegner stark an den Pot gebunden ist, da er schon sehr viel Geld in den Pot gegeben hat. Sollte er dann feststellen dass er mit seinen AA beschlagen ist, ist er bereits Pot committed. Solltest du auf dem Flop nur gecheckt haben und bringst dann einen Reraise auf dem Turn, fällt es ihm leichter seine AA wegzuwerfen, da er noch nicht so viel Geld in den Pot gegeben hat. Daher ist es immer wichtig sein Set auf Turn und River zu betten um möglichst viel Geld von deinem Gegner in den Pot zu bekommen!

Gehen wir davon aus du hast dein Set auf dem Flop gemacht und dein Gegner hält QJ und auf dem Flop liegt K27. Sollte ein Q oder ein J auf Turn oder River kommen und du würdest eine große Bet anbringen, wird dein Gegner folden da es zu offensichtlich für ihn ist, dass er geschlagen ist. Deine Monsterhände solltest du möglichst nur mit großen Bets spielen, wenn du davon ausgehen kannst dass dein Gegner ebenfalls eine gute Hand hält. Bei einem Flop mit K27, und du hast dein Set mit den Pocket 22 gemacht, wird eine große Bet am profitabelsten sein wenn dein Gegner Karten wie AK hält. Sollte dein Gegner auf deine Bet folden, lass dich nicht entmutigen deine Sets weiterhin aggressiv zu spielen. Sagen wir er hält 99, dann wird er bei diesem Flop ohnehin kein Geld mehr in den Pot geben solange keine weitere 9 auf dem Board kommt und er ebenfalls sein Set gemacht hat. In diesem Fall würde er deinen gesamten Stack gewinnen. Deshalb darfst du deinem Gegner keine FreeCard geben, es sei denn du hältst ein Top Set (also ein Set mit der höchsten Karte auf dem Board). Es ist sehr ärgerlich wenn du mit einem gemachten Set deinem Gegner eine FreeCard gibst und er dich mit dieser überholt und du deinen gesamten Stack verlierst!

Es ist unmöglich einen Artikel zu schreiben, der alle möglichen Situationen mit niedrigen Pocket Pairs umschreibt. Das Ziel dieses Artikels ist es euch bei eurer Entscheidung beim Spiel mit Pocket Pairs zu helfen und euch davor zu bewahren in unprofitable Situationen zu bringen, wo ihr einen kleinen Pot gewinnen könnt, aber einen großen verlieren werdet!

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