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Das Spiel bei der WSOP

Ich fuhr von San Francisco nach Las Vegas mit meinem Fuß auf dem Gaspedal und der Musik laut aufgedreht. Was für eine Freiheit - ein Auto, eine Gitarre und eine Luftmatratze. Was für ein Frieden - Ich bin nicht unterwegs um Geld zu riskieren, sondern um neue Freunde zu finden und mit alten Freunden Zeit zu verbringen.

Das Urlaubsgefühl hielt an. Ich unterhielt mich und aß mit Dutzenden von Poker-Persönlichkeiten und feierte mit meinen Freunden. In der Stadt, die niemals schläft, verbrachte ich um einiges mehr Zeit mit Schlafen als mit Poker. Aber während meines Aufenthalts infizierte ich mich mit dem WSOP Virus und als ich zwei Wochen später nach Hause kam, immernoch unter dem Eindruck des Erlebten, wollte ich mehr. Jetzt mache ich es wie alle regelmäßigen Teilnehmer der World Series of Poker, ich zähle die Tage rückwärts von 365.

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June Field gab mir einen Presseausweis. Er war verbunden mit gesellschaftlichen Privilegien und dem Traum jedes Geizkragens: kostenloses Essen. June brachte mich dazu, mich beim Presse- und Wohltätigkeits- Turnier anzumelden. Ich dachte mir, besser geht es nicht. Wir können alle beieinander sitzen und uns gemeinsam Notizen machen.

Das coole war, dass wir mit $10000 in Chips und mit Blinds von $25-50 begannen, sowie No-Limit Hold'em spielten, genau wie im Main Event. Vielleicht spielten deswegen so viele Spieler so gut obwohl der Buy-In bei $0 lag. (Die besten Drei konnten $5000, $1000 und $500 an eine Wohltätigkeitsorganisation ihrer Wahl spenden.)

Ohne eingesetztes Geld begann ich mein Spiel locker. Ein paar Stunden später, während ich im Horseshoe saß mit exakt derselben Turnierstruktur des Main Events, gegen Spieler die wirklich Ahnung von Poker hatten, muss ich zugeben dass ich dahingerafft war vom Augenblick und das verflixte Turnier gewinnen wollte. Und wann war das nächste? Doch nicht erst in einem Jahr? Verdam...

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Ich bin später auf brutalste Art und Weise rausgeflogen und zog enttäuscht ab. Genau in diesem Moment traf ich meinen besten Kumpel Alex, der gerade auf dem Weg zum Abendessen mit den beiden erstklassigen Spielern Bobby Hoff und Steve Lott war. Perfektes Timing und meine Enttäuschung war vergessen. Wir vier haben zusammen viel Zeit beim No-Limit Spiel im Lucky Chances verbracht. Diesmal war unser Tisch nicht mit grünem Stoff überzogen, sondern mit exklusiven Speisen gedeckt.

Obwohl ich bereits zehn Jahre lang als professioneller Pokerspieler überlebt habe, kam mir das Poker-Gespräch von Bobby und Steve so vor, wie wenn sich Mark Twain und Ernest Hemingway über das Schreiben von Literatur unterhalten würden. Es ging um alles, von der Bankroll zur Auswahl der Spiele, von den Unterschieden von Pot-Limit und No-Limit zu den Misserverständnissen was Gewinns- und Verluststrähnen angeht. Außerdem erzählten sie noch Geschichten von den Spielen damals im alten Texas. Sie sprachen mit kindlicher Begeisterung über ihre zahlreichen Final-Table Erfolge im $10000 Event, über die jährliche Vorfreude und den Zauber von dem das alles umgeben ist. Die Aussage war klar und deutlich: Spiel im Mai mit!

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Date Azmo ist ein Freund aus meiner alten Heimat. Er ist ein höflicher, ehrenhafter Mann. Ihn anzulügen wäre wie einen Priester anzulügen. Das ist problematisch, denn immer wenn wir zusammen spielen, ich eine Bet setze und alle anderen folden, wartet Dante bis ich meine Karten weggeworfen habe und fragt mich dann, was ich auf der Hand hatte.

Ich bin gerade im $5-5 Pot-Limit Hold'em Spiel im Horseshoe als Dante und Diana vorbeikommen. Ich setze für ein oder zwei Runden aus während wir uns unterhalten, als mich auf dem Button plötzlich die Unterhaltungslust überkommt. Ich schaue auf meine Karten, 6-2 offsuit, und zeige sie Dante und Diana. Wissentlich stößt Diana Dante leise an und warnt ihn: "Schau dir das nicht an."

Zwei Spieler limpen für $5. Ich übe ein wenig Druck aus, und mit ein wenig meine ich wirklich ein wenig. I raise $5. Beide Blinds und die Limper callen. Der Flop zeigt K-4-4. Alle checken zu mir, ich werfe einen $25 Chip in den $50 Pot und alle folden. Okay Dante, jetzt weißt du Bescheid.

Theoretisch ist es einfach, sein Geld bei Pot-Limit zu behalten. Man muss nur jeden Flop verfehlen.

Noch eine Hand, dieses Mal bei Pot-Limit Omaha/High. Ich beende meine Unterhaltungen und schaue meine ersten beiden Karten an, für die ich in der UTG-Position keinen Einsatz zahlen musste. Meine erste Hand ist Jack-Jack. Ich limpe für $5 bevor die anderen Karten ausgeteilt werden. "Oh, das is Omaha?". Sie wissen, dass ich nur Spaß mache.

Meine anderen beiden Karten sind Queen-Jack, zusammen ergibt das Q-J-J-J. Der Flop is Q-Q-J. Yeah! Alle fünf Spieler checken. Der Turn ist ein King. Ich setze $30 und zwei Spieler callen.
Der River ist ein Ace, zusammen ergibt das ein Board von Q-Q-J-K-A. Ich setze $30 und werde um $60 geraist, der dritte Spieler foldet. Ich calle den Raiser in der Hoffnung, dass er einen Bluff oder Semi-Bluff gespielt hat (eine starke Bet auf dem River mit einer One-Card Straight wenn wir beide denken, dass der Pot geteilt wird und wenn ein Flush oder ein Full House möglich ist). Aber ich denke, dass er mir Ace-Queen zeigen wird, und das ist dann auch der Fall. Ich zeige meine Karten und staune nicht schlecht; die einzige Möglichkeit überhaupt in so eine Situation zu kommen, ist preflop nicht alle seine Karten anzusehen.

Theoretisch gesehen muss ich wohl mehr Flops verfehlen.

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Ich habe mich mit dem entspannten Daniel Negreanu darüber unterhalten, wie man seinen Namen ausspricht. Stell dir vor, wie Moses seine Arme ausbreitet, nach oben und auseinander bewegt um das Meer zu teilen. So bewegten sich Daniels Arme als er aus dem rollenden "R" und dem ausgedehnten "AH" "Neh-GRRAH-noo" machte. Dann sprach er noch von einer annehmbaren "amerikanischen" Version, ohne das rumänische "R", ohne das geteilte Meer, aber mit ausgebreiteten Händen, Bewegung der Hüften und einem leichten Schulterzucken. Nuhgrawnoo.

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Ich habe mit Dave "Devilfish" Ulliott gespielt. Keine große Sache, das haben schon viele Leute gemacht. Nur das Spiel was wir gespielt haben war "Pass-The-Guitar" in einem Hotelzimmer. Ich bin hier um euch zu sagen, dass dieser Mann weiß wie man den Blues spielt und singt. Kein Zweifel, dass er seinen Beitrag geleistet hat.

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Bevor das Senioren-Event begann sagte Howard "Tahoe" Andrew, dass keine Medikamente oder Gehhilfen während des Turniers erlaubt seien. Außerdem wird der, der am Ende des Turniers noch atmen kann, als Gewinner bestimmt. Tahoe sagte, dass er keine "Langzeitwetten" annimmt.

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Während Bob Thompson mit "Shuffle up and deal" das $10000 Event einläutete, war ich im Luxor Theater um zum ersten mal seitdem ich 16 war wieder eine Bewerbung auszufüllen. Die Blue Man Group veranstaltete ein offenes Vorsprechen für Rollen in der Show. Ich bin ein fanatischer Fan dieser Show und habe sie bis jetzt schon drei Mal gesehen. Ich gebe mich der Musik hin, weil sie die Basisrhytmen aufgreift und ich einst ein professioneller Drummer war. Mann, ich wollte diesen Job.

Ein Blue Man muss trommeln, einen bestimmten Körperbau haben und entgeistert aussehen. Alles kein Problem für mich. Unglücklicherweise geht es dem Casting Team vor allem auch um Schauspielerfahrung. An dieser Stelle im Lebenslauf schrieb ich, "Ich spiele viel Poker, also weiß ich wie man gut starrt". Ich habe die Stelle nicht bekommen.

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Ich wurde bereits von einer Auswahl der genialsten Denker des Poker umgehauen als Bob Morgan und ich vom Autor Jim Brier zu einer wöchentlichen Poker Diskussionsrunde eingeladen worden sind. Die Autoren von Poker Digest, Card Player und PokerPages.com machten zwei ihrer Lieblingstätigkeiten: Sie aßen kostenlose Pizza (danke Bob) und sprachen über Poker. Am meisten gefiel mir das Gemeinschaftsgefühl. Was mich am meisten amüsierte war, dass Jim Brier eine Notiz in einem kleinen, blauen, Spiral-Notizbuch machte. Ich zog ein identisches Notizbuch heraus und machte eine Notiz über unseren ähnlichen Geschmack was Notizbücher angeht.

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Turnierdirektor Bob Thompson ist aus der WSOP Kulisse nicht wegzudenken. Seine Stimme ist ruhig, regelmäßig und angenehm für die Ohren. Bobs Cowboy-Hut und seine klassische String-Krawatte erinnern an die Pokerzeit im Wilden Westen. Außerdem liebe ich seine obligatorischen Anmerkungen. Am vorletzten Tag des Main Events wanderte Thompson durch die Tische und verkündete, wie immer, wichtige Hände. Ein Spieler ging all-in mit 6-4 gegen Ace-Ace. Die Aces hielten und gewannen. Thompson sagte, "Manche versuchen Glück zu haben, und manche fordern ihr Glück heraus." Dann begründete er schlicht die Dynamik der Abhängigkeit vom Pot im Short Stack Turnierspiel, "Aber man muss tun was man tun muss."

Tommy Angelo ist professioneller Poker Spieler seit 1990. 2004 entwickelte er ein umfassendes, personalisiertes Trainingsprogramm von Angesicht zu Angesicht. In den nächsten drei Jahren hatte er 50 Kunden. Im Juni 2006 brach er alles ab um ein Buch zu verfassen. Sein Buch, "Elements of Poker", wird im Oktober 2007 erscheinen. Details über Tommy's Trainingsprogramm gibt es auf seiner Website: www.tommyangelo.com

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