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Sex oder Poker?

Über was schreibe ich hier, Sex oder Poker? Du denkst daran mehrere male pro Tag. Deine Gedanken schweifen zu allen möglichen Gelegenheiten und an allen möglichen Orten dazu ab. Du hast daran schon im Auto, auf der Arbeit und am Essenstisch gedacht. Verdammt, Du musst gestehen, dass Du sogar öfter davon träumst. Selbst, wenn Du ganz bewusst versuchst, nicht daran zu denken und Dich auf etwas konzentrieren willst, wirst Du manchmal nachlässig und Du lässt zu, dass sich Gedanken daran in Deinen Kopf schleichen. Und wenn Du endlich die Chance hast, es zu tun, fängst Du anschließend sofort an, darüber nachzudenken, wann Du es wieder tun werden kannst (und Dich dann vielleicht sogar zu verbessern!).

Also, was glaubst Du? Handelt dieser obere Absatz von Sex oder von Poker? Ich schätze, das ist gar nicht so bedeutend, da für viele beides gleich spannend und packend ist. Ich kenne eine Menge Männer (und auch einige Frauen), die einen guten Teil ihres Tages damit zubringen, von dem einen oder dem anderen zu träumen. Ich habe einen Poker-Kumpel, der häufig scherzt, dass man an Tagen wo es zu beidem kommt, so nah am Schlaraffenland ist wie sonst nirgends auf der Welt.

Lass mich Dir kurz ein kleines Szenario beschreiben: Nach sieben Leveln eines Online-Turniers hast Du eine schöne Menge Chips und wirst wohl auf jeden Fall ins Geld kommen. Genau zu dieser Zeit siehst Du diesen verführerischen Blick und dieses merkwürdige Lächeln Deines Partners/Deiner Partnerin und daraufhin verschwindet er/sie in Richtung Schlafzimmer. Du weißt, dass Du Dich in diesem Moment beim Online-Poker ausloggen könntest oder Dich dafür in etwas ganz anderes "einloggen". Außerdem weißt Du, dass wenn Du das Turnier zu Ende spielst, die Gelegenheit vorbei sein wird, da Dein Partner dann schon schläft. Also, was wirst Du tun? Ich schätze, die meisten Leser dieses Artikels werden sich zügig dafür entscheiden, das Turnier zu Ende zu spielen um es zu gewinnen. Ein Psychotherapeut würde diese Entscheidung sicherlich interessant finden.

In 1943 hat Dr. Abraham Maslow einen berühmten Artikel über die "Hierarchie der menschlichen Bedürfnisse" veröffentlicht. Seine Theorie ist eine der meist akzeptiertesten Prinzipien in der heutigen Pschychologie. Er ordnete die Bedürfnisse des Menschen in einer Pyramide an. Ganz unten die Grundbedürfnisse (physikalische Bedürfnisse wie Essen oder Sauerstoff) und an der Spitze Bedürfnisse der Selbstverwirklichung. Er behauptete, dass wir (alle Menschen) zunächst die unteren Bedürfnisse befriedigen müssen, bevor wir uns in der Pyramide nach oben orientieren können. Es ist schon komisch, dass wir manchmal selbst die Grundbedürfnisse außer Acht lassen, um zu pokern. Sex ist nach Maslow eines dieser menschlichen Grundbedürfnisse. Unsere Bestimmung ist es, uns fortzupflanzen. Essen ist natürlich auch ein Grundbedürfnis. Ich habe neulich einen Typen gesehen, der unter keinen Umständen seinen Lauf guter Karten unterbrechen wollte, dass er seinem Nachbarn am Tisch 3 rote Chips (15 $) für eine 99cent-Packung TicTac geboten hat. Er war so hungrig, dass er die Bonbons verschlungen hat, als seien sie ein delikates Steak. Auch der Toilettengang ist ein Grundbedürfnis. Ich weiß, dass viele von uns "anhalten" bis es nicht mehr geht und dann wie der blitz aufs Klo rennen um auf keinen Fall die nächste Hand zu verpassen.

Deshalb glaube ich, dass ich die Maslow'sche Bedürfnispyramide für einen Pokerspieler modifizieren sollte. In dieser neuen Hierarchie steht ganz unten erst mal Poker. Stell Dir das mal vor, beim Poker zu gewinnen steht an erster Stelle! Aber ist es nicht das, was uns alle antreibt? Ich würde auch den Wettbewerb, die Gewinne und das Bedürfnis nach einem Check-Raise auf diese elementarste Ebene stellen. Sex, Nahrung und Wasser kämen dann erst anschließend. Rechnet mit der Veröffentlichung eines Artikels dazu in einer der nächsten Ausgaben des Magazins der "American Psychological Association". Ich glaube fest daran, dass Dr. Maslow mir zugestimmt hätte, wäre er ein Pokerspieler gewesen.

Der Author, John, ist nicht nur ein Poker-Liebhaber, sondern vor allem auch ein zertifizierter Berater für Psychologie (National Certified Counselor). Er hat einen Master-Abschluss in psychologischer Beratung an der West Virginia University, und einen Bachelor in Psychologie mit Nebenfach Soziologie an der Lock Haven University. Wenn Du mehr über die Psychologie des Pokerns herausfinden möchtest, nimm Kontakt mit dem "Poker Counselor" auf (carlisle14@hotmail.com) oder im Poker-Psychologie-Forum auf www.pokerstrategyforum.com.

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