Wenn Du am Tisch einige Zeit sitzt, fangen Deine Gegner an, eine Meinung von Deinem Spiel zu entwickeln. Die betrifft, wie sie gegen Dich spielen. Bevor Du einen Bluff versuchst, überlege, was Deine Gegner wohl von Deinem Spiel denken könnten. Wenn Du viele Hände aggressiv durch Setzen und Erhöhung gespielt hast, gibt Dein Gegner Dir weniger Kredit für eine große Hand. Du kannst nicht jedes Mal ein Monster (große Hand) haben. Sie fangen an, Deine Einsätze zu callen, weil sie glauben, dass Du meistens bluffst. Ob Du eine Reihe von Monster-Händen hattest oder nicht, Deine Gegner denken natürlich, dass Du ein loose-aggressiver Spieler bist und callen mehr von Deinen Einsätzen.
Wenn Du dagegen nicht viele Hände gespielt hast und Du mehr gecallt hast als zu raisen, solltest Du mehr Respekt von Deinen Gegnern bekommen. Dann kannst Du noch einige Bluffs versuchen, bis sich Dein Table Image verändert.
Bevor Du anfängst, Deine Analyse zu erweitern, solltest Du wissen, welche Gegner ebenfalls alles aufmerksam beobachten. Du befindest Dich häufig auch an einem Tisch mit Gegnern, die Fernsehen schauen, an Gesprächen teilnehmen oder gerade nicht aufpassen, abgesehen von ihrer Konzentration auf die eigenen Karten.
Verkaufe Deine Hand
Die Art wie Du Deine Hand spielst, wird entweder Deinen Gegner überzeugen wegzuwerfen oder ihn veranlassen, zu callen. Der interessante Aspekt dabei ist, Deine Hand zu verkaufen. Das geht, indem Du Deine Bluff-Hand genau in der Art spielst, wie Du auch eine Monster-Hand spielen würdest. Alles hängt aber davon ab, was Deine Gegner glauben, wie Du eine Monster-Hand spielen würdest. Wenn Du Deine Hand anders spielst, als sie denken, dass Du eine gute Hand spielen würdest, dann werden sie Dich mit größerer Wahrscheinlichkeit callen. Der beste Weg, Deine Hand zu verkaufen, ist darauf zu achten, wie sie ihre eigenen Monster spielen. Wenn sie große Hände immer früh in der Hand slow spielen, dann werden sie mit geringerer Wahrscheinlichkeit glauben, dass Du ein Monster hast, wenn Du früh in der Hand kräftige Einsätze spielst.
Spiele Deine Hand auf die Weise, wie Du denkst, dass Dein Gegner eine Monster-Hand in Deiner Position spielen würde. Er wird damit eher in der Lage sein, Dir zu glauben und auf Deinen Bluff folden. Oft wirst Du Dich in den späten Stufen einer Hand befinden, wenn Du anfängst, einen Bluff in Erwägung zu ziehen. Bevor Du dann impulsiv viele Chips riskierst, denke darüber nach, wie Du die Hand bis jetzt angespielt hast und überlege, ob Du Deinen Gegner überzeugen kannst, dass Du eine große Hand statt einer Drawing-Hand hast, die verfehlte.
Koordinierte Gemeinschaftskarten ändern die Dynamik der Hand
Wenn die Gemeinschaftskarten gut koordiniert sind (fast in Reihenfolge oder mehrere suited Karten) und noch mehrere Karten kommen, kann es den psychologischen Aspekt der Hand signifikant ändern. Einerseits wird Dein Gegner mit größerer Wahrscheinlichkeit denken, dass Du eine gute Hand hast, weil es viele mögliche Qualtitätshände auf koordinierten Boards gibt. Allerdings können sie auch leichter glauben, dass Du es mit einem Semi-Bluff versuchst (mit einer Drawing-Hand bluffen) (siehe Semi-Bluff). Beobachte aufmerksam, wie Deine Gegner ihre Hände mit hoch koordinierten Gemeinschaftskarten spielen, so dass Du abschätzen kannst, ob sie mit größerer Wahrscheinlichkeit folden oder einen Semi-Bluff vermuten und callen.
Ein Bluff bei einem koordinierten Board, wenn keine Karten mehr kommen, ist für Deine Gegner erschreckender, aber natürlich besteht dann das Risiko, dass auch sie eine gute Hand haben. Wenn Du bisher derjenige gewesen bist, der Einsätze eher gecallt hat als selbst zu raisen und die River-Karte so aussieht, dass sie vielen Drawing-Händen helfen könnte, wird Dein Einsatz eine gute Chance haben, Deinen Gegner zu erschrecken. Wenn die River-Karte allerdings nicht danach aussieht, dass sie für irgendeine plausible Drawing-Hand hilft, werden sie Deine Einsätze öfter callen, weil Du gerade versuchen könntest, den Pot zu kaufen, nachdem Deine Drawing-Hand verfehlte.
Lasse Deinen Gegner nicht Pot-Committed werden
Je mehr Chips Dein Gegner in den Topf stellt, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass er folden wird. Achte darauf, wie viele Chips Dein Gegner übrig hat, um zu bestimmen, ob und wann er pot-committed ist. Der Druck auf Deinen Gegner wird am größten sein, wenn Dein Gegner noch einen großen Stapel hat, den Du mit einem hohen Einsatz bedrohen kannst.
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