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Ein Pokerface haben

Frag den durchschnittlichen Joe was die wichtigste Eigenschaft ist um ein guter Pokerspieler zu sein, und er wird oft antworten, "Hmm, ich weiss nicht. Vielleicht ein gutes Pokerface haben." Das ist zumindest meine Erfahrung. Die breite Öffentlichkeit scheint dem ein großes Gewicht zu geben. Aber was bedeutet das wirklich?

Im ursprünglichen Sinne bedeutet ein Pokerface haben, einen Gesichtsausdruck zu besitzen, der nichts über Stärke oder Schwäche der eigenen Hand verrät. "Pokerface" wird oft mit unergründlich gleichgesetzt.

Das ist ein Gesicht, dass wir alle zu halten versuchen sollten um dem Gegner nicht diese unbewussten Informationen über unsere Hand zukommen zu lassen, die man als "Tells" bezeichnet. Wenn wir fröhlich schauen, sobald wir eine gute Hand haben, werden andere bemerken, dass wir stark sind und einer Konfrontation mit uns aus dem Weg gehen, indem sie auf unsere Bet folden. Und, analog dazu, wenn wir traurig schauen, wenn wir eine schlechte Hand haben, werden wir in keinem Fall die Möglichkeit bekommen erfolgreich einen Bluff zu spielen.

Aber, unter dem Risiko die Pokerpuristen da draußen zu verärgern, würde ich gerne die Definition eines "Pokerface" verändern. Bevor ich das tue, würde ich aber gern kurz zu den Grundlagen dessen, wie wir Pokerspieler unsere Gesichter benutzen sollten, kommen.

Wir als diejenigen, die Poker ernst nehmen, glauben, dass es vorrangiges Ziel ist in einem Pokerspiel Geld zu gewinnen. Natürlich, Spaß haben und sozialer Kontakt sind für uns genauso Teil des Pokerspiels, aber grundsätzlich geht es beim Pokern ums Gewinnen. Und Gewinnen beim Poker bedeutet Geld gewinnen.

Wie stellen wir das am besten an? Nach meiner Erfahrung gibt es im wesentlichen zwei Zutaten. Die erste ist natürlich euren Skill zu verbessen - den relativen Wert eurer Starthände zu lernen, zu verstehen wie ausgelegte Karten in Stud oder das Board im Hold'em deren Wert verändern - und zu verstehen wie die Gewinnwahrscheinlichkeit eurer Hand sich im Laufe der Hand verändert. Wir müssen dazu ganz einfach verstehen, wie wir die Schwäche oder Stärke unserer Hand durch passendes Betten, Raisen oder Folden am besten ausnutzen. Und, wenn wir unseren Skill weiter verbessern, müssen wir außerdem lernen, wie wir die Schwächen und Stärken unserer Gegner ausnutzen - das Maximum aus unseren guten Händen herausholen, während wir in schlechten Händen unseren Verlust minimieren.

Aber unser Skill ist nur eine Zutat, die für kontinuierliches Gewinnen von Bedeutung ist. Die andere Zutat, und oft die leichter zu Erwerbende, ist unseren Skill zu nehmen und ihn einfach gegen schlechtere Gegner einzusetzen. Bedenkt immer, es reicht nicht gut zu spielen. Wir müssen schlechtere Gegner finden, die gegen uns spielen.

Obwohl es bereits tausende von Artikeln und hunderte von Büchern zu dem erstgenannten Thema gibt - und das nur für Stud, gibt es nur schmerzlich wenige zu diesem zweiten Thema. Dabei ist schlechtere Gegner zu finden oft mindestens genauso wichtig wie die eigenen Pokerskills zu verbessern. Und, ich erinnere daran, es kommt immer wieder darauf zurück ein Pokerface zu haben - wie ich es definiere.

Ihr seht, für mich ist das beste Pokerface nicht diese ausdruckslose, ernste und finstere Maske, mit der ihr Gegner davon abhaltet irgendeinen Einblick in eure Hand zu bekommen. Die schlechten Spieler, gegen die wir spielen möchten, verstehen nicht einmal ihre eigenen Karten - dann können sie uns mit Sicherheit nicht lesen. Nein, für mich ist das ideale Pokerface das, welches die schlechten Spieler einlädt sich neben mich zu setzen - das, welches den Anfänger, den Neuling, den Ahnungslosen, den Gierigen und die auf andere Art und Weise furchtbaren Spieler dazu bewegt mit mir zu spielen.

Sagt was ihr wollt über einen einschüchternden, ernsten und unlesbaren Blick. Ich möchte freundlich, süß, unschuldig und einladend schauen. Mein Pokerface ist ein Lächeln.

Ashley Adams spielt Poker, seit er es 1961 auf dem Schoß seines Großvaters gelernt hat. Er begannt 1993 ernsthaft zu spielen, als das Foxwoods Resort Casino in Ledyard, Conneticut seinen Pokerraum eröffnete. Er ist dort normalerweise am $20/40 Stud- oder $2/% No-Limit-Hold'em-Tisch zu finden.

Ashley hat überall auf der Welt Poker gespielt, Geld in Cashgames gewonnen und Turniere gewonnen in Ungarn, Österreich, England, Britisch-Kolumbien und dem Yukon-Territorium. Er war der Spieler mit den meisten Artikeln in 2005, 2006 und 2007 und hat zwei Pokerbücher geschrieben. Das erste, Winning 7-card Stud (Kensington, 2003), ist bei Amazon.de verfügbar. Sein No-Limit-Buch Winning Low Limit Hold'em ist ein E-Book und erhältlich für $10.00 direkt beim Autor unter asha34@aol.com .

Ashley veranstaltet außerdem zwei Benefiz-Pokerturniere, unterrichtet privat und im Boston Center for Adult Education Poker und ist regelmäßig Gast im US-amerikanischen Radio und Fernsehn (war bereits auf WBZ-AM, WHDH Channel 7 TV, WGBH-TV, NECN-TV) und wird bald seine eigene Pokersendung im Radio haben.

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