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The Vic London

Vorweg ist wichtig zu sagen, dass man nicht einfach in das Grosvenor Victoria Casino ("The Vic") gehen, den Poker-Raum betreten und losspielen kann. Versuche es und sie werden dich an der Tür anhalten, bitten ein Formular auszufüllen und in 24h wieder zu kommen -- währenddessen murmeln sie etwas von einem englischen Glücksspiel-Gesetz.

Glücklicherweise wusste ich von dieser ... Einschränkung ... schon im Vorfeld und umging diesen Stress, indem ich vorher ein Formular ausfüllte und ihnen zufaxte. Ein anderer, erwähnenswerter Punkt: Der Dress-Code ist "Smart Casual" (was so viel bedeutet wie schick aber lässig).

Das Casino liegt im äußersten Nord-Westen von London's Zone1. Ich nahm die Tube (a.k.a. "Underground") zur Marble Arch Station (die Edgware Road wird dich nah hierher bringen) und habe diese verlassen, damit mich eins der berühmten schwarzen Londoner Taxenvor die Tür fährt. Das Casino selbst liegt mitten in einem regulären Block und sieht aus wie ein gewöhnliches Gebäude, nur etwas edler und mit Portiers, welche mir die doppelten Glastüren öffneten, als ich hineinging.

Nachdem die Portiers mich hineingeführt hatten, wurde ich vom Concierge begrüßt, welcher mich direkt zur Rezeption brachte. Ich zeigte meinen Pass und bevor ich etwas sagen konnte, ordnete der freundliche Herr an der Rezeption diesen direkt meinem Fax zu, machte ein Foto und übergab mir meine eigene Grosvenor Casino Membership Card. Kein schlechter erster Eindruck, dachte ich mir.

Ich nutzte die kurze Bearbeitungszeit an der Rezeption, um ein paar Fragen zu stellen. Werden Buy-Ins, Wins und losses zurückverfolgt? Dann wunderte ich mich, ob die englischen Steuer und Glücksspiel-Gesetze für Ausländer zutreffen könnten. Als Antwort erhielt ich, dass absolut gar nix zurückverfolgt wird, da in England keine Steuern anfallen. (Wunderbar!) Ich war ebenfalls erfreut, als ich hörte, dass Trinkgeld für das Casino-Personal illegal in England sei. Man darf also nichtmal Trinkgeld geben, selbst wenn man es möchte!

Ich werde den lesenden Amerikanern einen moment geben, dies zu verarbeiten.

Ab in den Poker-Raum

Nachdem ich nun offiziell eingecheckt hatte, ging ich ein paar Stufen in den ersten Stock des Casinos hinauf. Ich liess die Craps, Blackjack und Roulette und auch einige Video Games hinter mir und erreichte schon bald den Eingang zum Poker-Raum (vermutlich hofft das Management, dass die Pokerspieler auf ihrem Hin- und Rückweg einen kleinen Boxenstopp hier einlegen).

Der Raum ist sehr angenehm. Es herrscht eine angenehme Atmosphäre und es gibt dort 4 oder 5 reguläre Pokertische sowie 4 bis 5 Tische mit kleineren Einsätzen. Die Anmeldetafel für die Turniere hing auf der Gegenseite des Raumes direkt neben einem riesigen Flatscreen, wo man die aktuelle Turnier-Schedule sehen konnte -- Ich bemerkte ein 30 + 3-Pfund Rebuy NLHE Turnier, welches am nächsten Tag um 15 Uhr stattfand. (Anmerkung: Man startete mit T1000 Chips und sehr niedrigen Blinds, was für ein Rebuy-Turnier sehr angenehm ist.)

Die Anmelde-Tafel listet vier Spielarten auf: Stud, Texas Hold'Em, Omaha und Hold'Em/Omaha Rotation. Alle dieser Spiele sind Pot-Limit Games mit relativ hohen Einsätzen. Man kann sich für Spiele mit entweder 50 Pfund (1-1 Blind) oder 100 Pfund (1-2 Blinds) anmelden. Für Omaha wurden Anmeldungen für 500er und 1000er Spiele geführt, jedoch meldete sich niemand als, als ich da war.

Die kleineren runden Tische sind für die 50-Pfund Spiele reserviert. Es gibt dort auch "vom Spieler gedealte" Tische, welche nach englischen Regeln laufen: Der Spieler links vom Dealer-Button mischt, anschliessend hebt der Spieler rechts vom Button einmal ab und dealt. Der Dealer-Button rotiert wie üblich um den Tisch.

Das 50-Pfund Spiel beginnt jeden Abend ca. um 8 Uhr, das 100 Pfund Omaha-Spiel geht jedoch meist schon nachmittags los. An jedem Tisch gibts es 5 Sitze für Nicht-Raucher und 5 für Raucher. Dies ist für Nichtraucher nicht sehr hilfreich, da der Rauch natürlich nicht senkrecht aufsteigt Dennoch besser als nichts.

Platz nehmen

Am 100 Pfund Omaha-Tisch wurden sehr große Pötte gespielt. Größere als bei einer 1-2 Blind Struktur würde ich schätzen. Vielleicht hängt es auch mit der Natur dieser Spielart zusammen, aber ich wurde Zeuge von sehr großen Pötten und loosen Spielern. Der lauteste Tisch war definitiv der mit dem Rotations-Game . Ein Omaha Spiel ohne Dealer erhitzt zweifelsohne die Gemüter. Egal, ich hielt mich von diesen Spielen fern -- Ich wollte nur Texas Hold'Em spielen. Ich nahm also am einzigen Hold'Em Spiel teil - dem 50 Pfund-Tisch, wo die Spieler abwechselnd geben mussten.

Ich machte dort keine ungewöhnlichen Beobachtungen, als ich den anderen Spielern beim Geben zusah. Manchmal wird jedoch der Dealer-Stil von einigen leuten hinterfragt Wenn man dann auch noch gut spielt, muss man sich dumme Kommentare anhören, wie man den europäischen Stil ausnutzen würde. Falls du noch nie einen europäischen Dealer gesehen hast: Sie halten das Deck beim Geben herunter und legen die Karten zuerst vor sich selbst, bevor sie diese dann dem Spieler rüberschieben. Außerdem wird der Flop nicht in einem Stück, sondern Karte für Karte aufgedeckt. Beobachtende Spieler können sich so einen kleinen Vorteil verschaffen. Es ist zwar sehr unterschiedlich zum amerikanischen System, aber muss nicht zwangsweise so langsam sein, wie es sich anhört.

Der Rake für das 50 Pfund-Spiel beträgt ca 6 Pfund pro Stunde (ca. US$9.60). Das 100-Pfund-Spiel nimmt 12 Pfund Rake, man hat aber einen echten Dealer. Auch wenn dies auf den ersten Blick recht teuer wirkt, gleicht sich das durch Umstand, dass man dem Dealer kein Trinkgeld geben kann (muss), aus. Das Buffet ist im Vic nicht so vielfältig wie in den meisten amerikanischen Casinos, dafür kann man aber aus vielen Sandwiches wählen, welche umsonst sind. Ich bestellte mir auf Empfehlung ein paar "cheddar and tomato on white toast" Sandwiches. Diese sind wärmstens zu empfehlen.

Insgesamt spielte ich ca. 11 Stunden Poker, welche sich gleichmäßig auf Freitag und Samstag verteilten. (Ich meldete mich zwarh für die 100-Pfund-Runde an, diese kam jedoch niemals zu Stande) Ich sah nur wenige Leute, wehlche sich mit dem Minimum-Buy-In an den Tisch setzten, diese hielten sich aber meist sehr lang am Tisch auf. Normalerweise starteten die Spieler mit 100-200 Pfund am Tisch. Das meiste, was ich gesehen hab war ein Amerikaner, welcher mit 400-500 Pfund am Tisch Platz nahm (abgesehen von dem 700 Pfund-Stack, welchen ich mir angesammelt hatte).

Insgesamt fühlte ich mich im Vic sehr wohl und kann dieses Casino nur empfehlen, wenn man sich mal in der Nähe aufhält und ein paar Hände spielen möchte. Die Spiele sind voll von Action, man kann dort sehr gut Geld machen. Man darf nur nicht vergessen, im Vorfeld das Formular auszufüllen.

The Grosvenor Victoria
150 - 162 Edgware Road
London
W2 2DT
Telephone: 020 7262 7777
Fax: 020 7724 8257
Membership Info: 08080 21 21 21
Opening Times: 12:30PM to 4AM

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