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Warum spiele ich?

Lieber "Poker Counselor",

Was schmerzt mehr: Einen großen Pot durch Pech zu verlieren oder bei einem mittelgroßen Pot ausgespielt zu werden? Oder andersherum: Was gibt Dir den größeren Kick: Einen großen Pot durch Glück zu gewinnen oder bei einem mittelgroßen Pot Deinen Gegner auszuspielen? -Dennis Czajkowsk aus North Hollywood, CA

Nimm Dir einen Moment Zeit, über diese Frage, die aus einem Pokerforum stammt, nachzudenken. Würdest Du lieber den großen Pot mit Glück gewinnen, oder den kleineren durch das Ausspielen des Gegners? Was lässt Dich nachts nicht schlafen? Wenn Du einen bad beat bei einem großen Pot kassiert hast, oder wenn jemand Dich bei einem mittelgroßen Pot ausgespielt hat? Wenn ich Dir die selben Fragen in einem Jahr oder in fünf Jahren stellen würde, würden die Antworten anders lauten? Deine Antworten geben Dir einen tiefen Einblick in Dein gegenwärtiges "Poker-Leben" und können für Deine Ziele wegweisend sein.

Poker ist das interlektuellste Spiel, was heutzutage betrieben wird. Wenn es richtig gespielt wird, geht es dabei darum, einen anderen Verstand durch Deinen eigenen Verstand zu besiegen. Entschlossenheit, Mut, Selbstsicherheit und Geduld machen einen guten Pokerspieler aus. Die Karten dienen lediglich als Glückselement, um das Spiel nicht vorhersehbar zu machen. Wenn Du jemanden beim Poker schlägst kannst Du Dir das höher anrechnen, als wenn Du ihn in irgendeinem anderen Spiel geschlagen hättest, denn Du hast ihn interlektuell und persönlich besiegt. Das verschafft Dir Selbstvertrauen und Respekt.

Viele machen den Erfolg eines Spielers an einem einzigen, einfachen Indikator aus: Die Chips, die vor ihm liegen. Ein Spieler, der Geld gewinnt, besonders über einen längeren Zeitraum, wird als erfolgreich angesehen. Das einzigartige am Poker ist, dass bei diesem Spiel das Geld buchstäblich auf dem Tisch liegt. Je nach dem, wie Du spielst, verändert sich das finazielle Ergebnis für Dich. Es gibt keine Verträge oder Stundenlöhne. Was Du gewinnst, nimmst Du am Ende mit nach Hause. Es kann durchaus sein, dass es sich besser anfühlt, seine Chips durch eine glückliche Karte auf dem River zu verdoppeln, als den Gegner für einen mittelgroßen Pott auszuspielen.

Mit all dem im Hinterkopf, denke mal über Deinen Antrieb beim Poker nach. Es ist aber zu einfach zu sagen: "Es beides: Ich möchte Geld gewinnen UND die Gegner ausspielen". Ich will, dass Du Dich auf eins festlegst. Was ist Dein persönlich größer emotionaler Antrieb am Pokertisch?

Ich kenne viele Spieler, die das Geld nur als sekundären Motivator ansehen. Sie betrachten das gewonnene Geld lediglich als buy-in für das nächste mal, dann vielleicht in einem höheren Limit. Die höchste Stufe auf der Poker-Leiter dieser Spieler ist es, die Gegner zu beherrschen. Das ultimative Ziel und der höchste Gipfel des Spiels. Jeder Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel verbessert ihre Fertigkeiten. Sie spielen um die anderen auszuspielen, sie spielen, um die Besten zu sein. Natürlich kenne ich auch viele Spieler, deren Sprossen auf der Poker-Leiter nur aus finanziellen Zielen bestehen. Sie dokumentieren die vielen Stunden Poker online und im Casino, um ihre Bankroll wachsen zu sehen. Wenn sie auf ihr nächstes finanzielles Ziel zukriechen, steigt ihre Erregung und ihre Befriedigung. Diese Spieler spielen, um ihre Gewinne in ihre Notebooks zu tippen. Sie spielen, um sich das nächst höhere Limit leisten zu können.

Was ist es, dass Dich immer und immer wieder Zum Pokern bringt? Was ist Deine Motivation, all die investierte Zeit, die Anstrengungen und die finanziellen Risiken, die das Pokern mitsichbringt, in Kauf zu nehmen? Warum liest Du all diese Poker Bücher, Magazine und Internetforen? Du solltest nicht nur zu jeder Zeit wissen, was Deine Ziele sind, sondern auch welche Kräfte Dich antreiben, diese Ziele zu erreichen. Denk mal darüber nach, wer Du bist und wohin Du willst bevor Du das nächste mal Poker spielst. Kenne immer deine ultimativen Antrieb. Und jetzt: Mach was draus!

Der Author, John, ist nicht nur ein Poker-Liebhaber, sondern vor allem auch ein zertifizierter Berater für Psychologie (National Certified Counselor). Er hat einen Master-Abschluss in psychologischer Beratung an der West Virginia University, und einen Bachelor in Psychologie mit Nebenfach Soziologie an der Lock Haven University. Wenn Du mehr über die Psychologie des Pokerns herausfinden möchtest, nimm Kontakt mit dem "Poker Counselor" auf (carlisle14@hotmail.com) oder im Poker-Psychologie-Forum auf www.pokerstrategyforum.com.

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